OMA 80: Another one of the world´s latest.

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Heim of Oma 80. Muss Johnston sein.

Hallo.

Ich hoffe, ihr mögt lesen. Auf geht´s.

P.S.: Ohne Helge bin ich nichts !!!

Muss Buchcover sein.

Eine leider noch immer unvollendete Geschichte vom Meisenmann

Prolog Chapter 1 Chapter 2 Chapter 3 Chapter 4 Chapter 5 Chapter 6 Chapter 7 Chapter 8 Chapter 9 Chapter 10 Chapter 11 Chapter 12 Chapter 13 Chapter 14 Chapter 15 Chapter 16 Chapter 17 Chapter 18 Chapter 19 Chapter 20 Chapter 21 Chapter 22 Chapter 23 Chapter 24 Chapter 25 Chapter 26 Chapter 27 Chapter 28 Chapter 29 Chapter 30 Chapter 31 Chapter 32 Chapter 33 Chapter 34 Chapter 35 Chapter 36 Chapter 37 Chapter 38 Chapter 39 Chapter 40

 

Es war einmal eine Oma. Oma 80, um genau zu sein. Eben DIESE Oma 80 zog aus, um dem Rillenkäse-Män (mal wieder) so richtig die Scheise rauszukloppen. (Sie benutzte dafür eine Brille, die links und rechts aus Gummi war und am Gesicht luftdicht abschloss, damit sie besser sehen konnte, aber das nur nebenbei...). Ihr zur Seite stand ihr langjähriger treuer Gefährte und Puperzenpuhler, das Inhuman Butt-Hühnchen, welches Oma 80 schon so manches Mal ihren runzeligen Arsch gerettet hatte.


Sie hatte schon seit Jahren nicht mehr an den Rillenkäse-Män gedacht. Den Rillenkäse-Män, der damals nur durch größte Anstrengungen seitens Oma 80 daran zu hindern gewesen war, viele wirklich voll böse Sachen zu machen. Aber nach dieser mysteriösen Nachricht war schlagartig alles anders geworden. Sie verspürte plötzlich wieder diesen unglaublichen Schock, ihm derbe ein paar auf's Mett-Männchen zu schüsseln. Dieses Gefühl kam ihr sehr bekannt vor.


Ihr Plan war wie folgt: mit einem eigens für diesen Zweck entwickelten Werkzeug (Unwissende hielten es später fälschlicherweise für einen Hammer) wollte sie dem Rillenkäse-Män seine Nudel platthauen. Soviel stand für sie fest, ja sogar felsenfest. Dass sie das vor ein beinahe unlösbares Problem stellen würde, sollte sie erst sehr viel später erfahren..........

Oma 80.
(Anbei das letzte Foto-Dokument von Oma 80, bevor sie zu ihrem allumfassenden Vernichtungsschlag gegen den Rillenkäse-Män loszog / geschossen bei einem Kaffeekränzchen mit ihrem treuen Diener, dem Inhuman Butt-Hühnchen, und einigen weiteren Schergen)

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Doch alles zu ihrer Zeit. Beginnen wir am besten am Anfang der Geschichte. Alles andere wäre ja komplett verhorstet.

Oma 80 saß wie gewöhnlich in ihrem Schaukelstuhl mit dem eingebauten na ihr wisst schon. Sogar das Wetter spielte mit. Die Terrasse, die auf der Rückseite ihres Anwesens gelegen war, war sonnenüberflutet und beinahe intolerabel hübsch bemöbelt. Mit kleinen Schlonz- und Schlorkbäumchen bepflanzte Kübel säumten das Areal.

Auf Oma 80s Schoß saß ihr Ziehkind, alter Weggefährte und loyalster Scherge, das Inhuman Butt-Hühnchen. Das Inhuman Butt-Hühnchen genoss es sichtlich, mal wieder so richtig von Oma 80 durchgekrault und –gewalgt zu werden. Denn seit Oma 80 vor einigen Jahren diesen schrecklichen Unfall hatte, war beinahe nichts mehr so gewesen wie in den guten alten Zeiten. Seinerzeit war Oma 80 mit dem Inhuman Butt-Hühnchen zum Angeln an den Helmpflicht-See gefahren. Ein kleiner, ziemlich bunter Fisch tauchte damals urplötzlich direkt vor Oma 80 auf und streckte ihr in unglaublich infamer Weise die Zunge heraus. Oma 80 war danach einfach nicht mehr dieselbe gewesen.

Das Inhuman Butt-Hühnchen jedenfalls (oder auch Inhumi Butti-Hühni, wie Oma 80 es in seinen Kindheitsjahren genannt hatte) war einfach nur glücklich.


Es rechnete nicht mit der grauenhaften Nachricht, die Oma 80 wenige Sekunden später auf ihrem Com-Knöpfchen, das inzwischen fest mit ihrem Innenohr verwachsen war, erhalten sollte. Aber es bemerkte sofort, dass etwas nicht stimmen konnte, als Oma 80 plötzlich mit schmerzverzehrtem Gesicht die Worte „NEEEIIIIIIIINNNNNN !!!!“ und „HALKIMZÄÄÄH !“ in die Idylle dieser unbeschreiblich schönen Landschaft jodelte. (Den Jodelkurs hatte ihr ihr Psycho-Onkel nach dem Unfall verschrieben, damit auch sie wieder etwas hätte, was ihr Leben ein wenig lebenswerter gestalten würde. Leider hatte sie es ein wenig übertrieben (jaja, die alten Ladies), denn es war ihr nach der Absolvierung des Kurses nicht mehr möglich, wie eine ganz normale gequälte menschliche Seele ihren Frust und Ärger durch unkontrolliertes Schreien und Brüllen loszuwerden, nein ! Sie war verdammt zu jodeln.)


Dann verstummte Oma 80 so plötzlich, wie sie zu jodeln begonnen hatte. Sie hatte die Kontrolle über ihren Körper durch jahrelang antrainierte sogenannte „Eiserne Selbstdisziplin“ mit einem Schlag wiedererlangt. Doch das Inhuman Butt-Hühnchen machte sich noch immer Sorgen. So hatte es Oma 80 seit vielen Jahren nicht mehr erlebt. In seiner ihm ureigenen Art, die nur Oma 80 zu deuten vermochte, versuchte das Inhuman Butt-Hühnchen herauszufinden, was genau sie so aufgewühlt hatte. „NjarghhllUmobiloff ?“ krächzte das Inhuman Butt-Hühnchen. Oma 80 reagierte nicht, starrte ins Leere. Das Inhuman Butt-Hühnchen gab nicht auf: „NjarghhllUmobiloff ? NJARGHULOPOMOPIOFFOFF ???“

Nichts.

„uÄHH ???“


Da zeigte Oma 80 eine Regung. Das Inhuman Butt-Hühnchen war unsagbar froh. Sie war wieder da.


Oma 80 begann zu sprechen: „Ich HASSE Rillenkäse.......“

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Oma 80 saß wieder auf ihrem Schaukelstuhl mit dem...ach nee, das hab ich ja schon erzählt...naja, jedenfalls saß sie wieder. Der Jodelnnfall, den sie vor etwa fünfdreiviertel Minuten erlitten hatte, so wurde allerspätestens jetzt auch dem Inhuman Butt-Hühnchen klar, ja glasklar wie Oma 80s gute, alte Klobrühe, war eindeutig eine direkte Folge auf die Nachricht, die Oma 80 direkt vor dem zuvor angesprochenen Anfall erhalten hatte.


Seit ihrer Bemerkung über Rillenkäse hatte sie nicht mehr gesprochen. Der Schmerz saß einfach zu tief. So tief, wie ein durch ein Lanzettfischchen gebohrtes Loch sein könnte, vielleicht aber auch noch tiefer.

Oma 80 befahl dem Inhuman Butt-Hühnchen, ihr ein Glas minores Aalwasser zu bringen. Das Inhuman Butt-Hühnchen gehorchte, wie immer, aufs Wort.


Das Wasser war lecker. Schön aalig.

Mit dem Wasser kehrten auch die Lebensgeister von Oma 80 wieder zurück, endlich. Jetzt konnte sie ihren wertvollsten, aber auch gleichzeitig dümmsten Schergen, das Inhuman Butt-Hühnchen, in angemessener Form über die empfangene Nachricht unterrichten. Sie fing, chronologisch gesehen, da an, wo alles begann. (Ich sage bewusst „wo“, obwohl Zeit ja eigentlich nicht „Schiff“ ist.)


„Gespannt ?“, fragte Oma 80 das Inhuman Butt-Hühnchen. Es hechelte.
„Dumm Di Dumm....................“

Oma 80 hatte Zeit. Das Inhuman Butt-Hühnchen hechelte.


„Hmm Hmmm Hm Hmmm.....“

Sie summte eine süßlich duftende Melodie. Das Inhuman Butt-Hühnchen hechelte.


„Zzzz....Zzzz....Zzzz....Zzzz....ZzZzzz......“

Es war ja auch schon spät.

Das Inhuman Butt-Hühnchen, ja, es hechelte.

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„Es begann im Sommer des Jahres der Beutelratte“, begann Oma 80 schließlich doch noch zu erzählen. Am nächsten Tag natürlich erst, denn wenn sie eines liebte, dann war es, das Inhuman Butt-Hühnchen seelisch zu vergewaltigen. Egal.

Sie fuhr fort: „Schorse und ich feierten unsere Flitterwochen, oder wie wir sie zu nennen pflegten, Glotterwochen, hihi. Wir hatten Möhre Pot an Bord und fuhren mit seinem ullen Ford Transit in Richtung Siebenländereck.“ Dem Inhuman Butt-Hühnchen war es peinlich, aber es hatte Hunger. Mindestens einer seiner Mägen meldete sich lautstark. Als Oma 80 das bemerkte, schlug sie so fest zu wie sie konnte. Dann erzählte sie weiter: „Also wie gesagt. Im Radio lief flashige Mucke, so etwa in Richtung tibetanisch-ostustbekistanischer Köterlippen-Blut-Core sach ich mal so unnnnnd...plötzlich wurde das Programm für eine wichtige, wohl sehr wichtige Nachricht unterbrochen.“

Sie nahm einen Schluck körpertemperierter Katzenpisse.

„Ja also, watt soll ich sagen, da sagen die doch durch, dass.....und weiter kam der Sprecher nicht. Beziehungsweise kamen wir nicht dazu, weiter zuzuhören. Denn es passierte folgendes:“

Sie machte eine Geste, die aussah, als sollte sie darstellen, dass folgendes passieren würde. Das machte sie übrigens sehr gut.

„Ein von hinten raaaasend schnell auf uns zukommendes Etwas, ich kann es einfach nur -stotter- ETWAS nennen...“, sie begann zu weinen, hörte aber gleich wieder auf, „...stubste den ullen Ford Transit von hinten…leicht…an der Stoßstange…an.“ Sie schwieg jetzt für einen Zeitraum von etwa einigen Sekunden.

Das Inhuman Butt-Hühnchen dachte über das Gesagte nach. Irgendwie konnte es einfach nicht begreifen, wie eine so hammerharte Oma sich von einem solchen, ja beinahe lächerlich erscheinenden Vorfall auch so viele Jahre später noch nicht erholt haben konnte. Es wollte nicht in den Schädel des Inhuman Butt-Hühnchens.

„Sszszsszzittyytytty!?!“, brachte es hervor. Oma 80 verstand sofort was es meinte. Sie fing augenblicklich an zu jodeln. Sie bejodelte das Inhuman Butt-Hühnchen in allen Farben. Dabei waren Beschimpfungen wie „Geht's ?“ oder „Geht's denn ?“ oder „Geht's denn noch ?“ oder „Geht's denn überhaupt noch ?“ oder „Geht's denn man gerade eben man gerade noch ?“ oder „Geht's denn man gerade man eben man gerade eben noch man gerade eben ?“ noch die von der, sagen wir mal, verdaulicheren Sorte. Sie wollte dem Inhuman Butt-Hühnchen einfach auf ihre unnachahmlich niederträchtige Weise klarmachen, dass das so nicht ging. Gar nicht. Oma 80 verarschen hieß normalerweise nämlich sofort Genickbruch. Ohne Nachfrage.


Da aber das Inhuman Butt-Hühnchen zu seinem Glück in Oma 80s Ansehen immerhin eine winzige, wirklich winzigwinzige Stufe über ihren übrigen etwa drei- bis elfhundert normalen Kackschergen anzusiedeln war, fragte sie nach. „Also, Inhuman Butt-Hühnchen, ich frage nur einmal, nur ein einziges mal. Was hast du eben gesagt ?“

Dem Inhuman Butt-Hühnchen, das seinen länglichen Hals derzeit im beidhändigen Würgegriff von Oma 80 befindlich sah, blieben die Worte buchstäblich im nicht nur sprichwörtlichen Halse stecken. „Pfffrrt.....-hechel-....“

Oma 80 ließ Gnade vor Recht ergehen. Diese Antwort reichte ihr vollkommen. Sie brauchte das Inhuman Butt-Hühnchen schließlich noch für ihre Pläne. War ja auch außerdem nur Spaß gewesen.

„Also, ich erzähle jetzt weiter. Obwohl...“ sie hielt inne „doch.“

Also erzählte sie weiter: „Dieses…Etwas verschwand genau danach ebenso raaaasend schnell wie es gekommen war. Zuerst dachten wir, wir hätten uns den Vorfall eingebildet. Aber dann irgendwann nicht mehr. Um genau zu sein, eigentlich gleich dann schon nicht mehr. Da war was gewesen. Aber was ?“

Ihre Ausdruckskraft war einfach unglaublich. Beinahe magisch. Sogar dieses dermaßen verhorstete Inhuman Butt-Hühnchen hätte ihr nicht einmal zuhören müssen, um verstehen zu können, was sie dort erzählte. Als wäre man gerade dann genau da, wo sie gerade von am labern ist. Wahnsinn, diese Frau, sorry, Oma. 80.

Das Inhuman Butt-Hühnchen wollte es aber doch genauer wissen. Deshalb stieß es einen seiner so artspezifischen Fragelaute aus: „What ?“

Oma 80 hub wieder an: „Einigermaßen angefressen fuhren wir noch die restlichen 80 Kilometer bis zu unserem Kotel (Kotel, das: Artverwandt mit Hotels und Motels. Das Kotel wird wie das Hotel und das Motel ebenfalls teilweise als Unterkunft zur Übernachtung von Leuten genutzt, die entweder a) kein zu Hause haben oder b) mal eben unbemerkt irgendeine Ulle durchnageln wollen. Das besondere an Kotels ist die Tatsache, dass man dort auch als, sagen wir mal, Braunlippe oder Fäkal-Freak ein gern gesehener Gast ist / Anm. d. Red.), wo wir dann eine Inspektion des Wagens durchführten. Was wir dabei entdeckten, sprengte beinahe unsere Vorstellungskraft. Die ganze hintere Stoßstange war volles Mett im Arsch, will sagen leicht angekratzt. Und wir hatten gedacht, so'n uller Ford Transit taucht was. Ha. Dass ich nicht lache. Ha. Haha. HA !“

Da musste auch das Inhuman Butt-Hühnchen lachen oder so ähnlich. Es konnte noch immer nicht ganz genau erkennen, worauf Oma 80 hinaus wollte, aber, beim Leben seiner Sackratten (Sackratten und das Inhuman Butt-Hühnchen lebten seit vielen Generationen in einem symbiotischen Verbund), es würde Oma 80 nicht noch einmal seine Schwächen offenbaren, denn es wusste genau: das könnte sehr wohl sein endgültiges Ende bedeuten.


Für einen Moment nickte Oma 80 weg. Als sie wieder aus ihrem Kurzschlaf erwachte, wusste sie nicht mehr, worüber sie zuvor geredet hatte. Sie fragte das Inhuman Butt-Hühnchen, welches ihr zu verstehen gab, sie wäre gerade dabei gewesen, genauere Informationen zu der Nachricht herausgeben, die ihr am Vortag den Jodel-Anfall mit anschließender kurzzeitiger Bewusstlosigkeit beschert hatte (nur damit IHR das nicht vergesst).

„Ach ja. Wo war ich stehen geblieben ?“ Das Inhuman Butt-Hühnchen stellte diesmal spaßeshalber seine Aussage pantomimistisch dar, indem es aussah wie die zerkratzte Stoßstange eines ullen Ford Transit. Oma 80 blickte ein wenig verdutzt drein. „Und was hat das mit der Nachricht zu tun ?“

Das Inhuman Butt-Hühnchen zog seine schulterartigen Organe hoch. Es hatte doch eigentlich schon die ganze Zeit den Verdacht, dass Oma 80 irgendwie nicht zum Punkt kam.


Oma 80 nahm sich vor, da mal 'ne Nacht drüber zu brüten, wie sie das wohl gemeint haben könnte.

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Es war Sonntag. Zumindest im Rahmen des menschlichen Verständnisses. Oma 80 konnte darüber nur lachen. Das tat sie jeden „Sonntag“. Ts ts ts.


Das Inhuman Butt-Hühnchen kam vom Einkäufen. Wie Oma 80 es befohlen hatte, brachte das Inhuman Butt-Hühnchen einige Gramm Schnakengenickfilets mit, die für das Mittagessen gedacht waren. Oma 80 hatte zwar schon vor einigen Jahrzehnten mit dem Kochen aufgehört, aber das mit dem Essen an sich war so eine Sache. Zum Glück war das Inhuman Butt-Hühnchen jedoch durchaus in der Lage, eine schmackhafte Mahlzeit zuzubereiten. Besonders die Anfertigung von Schnakengenickfilet-Hustensaft-Schorle war ihm ein leichtes. Und sie schmeckte auch gut.


Während das Inhuman Butt-Hühnchen so am brutzeln, schnetzeln und zergrinden war, erinnerte es sich an den gestrigen Tag, an dem Oma 80 es eigentlich endlich über die mysteriöse Nachricht aufklären wollte, dann aber wieder nur Blödsinn geseiert hatte. So langsam wollte das Inhuman Butt-Hühnchen es wirklich wissen, denn schließlich würde es Oma 80 zur Seite stehen müssen, ob es wollte oder nicht.


Die Schorle war fertig. Das Inhuman Butt-Hühnchen beschloss, Oma 80 darauf anzusprechen. Vielleicht klappte es ja diesmal.

„Ümü Kalahanajanixna !“, ließ es Oma 80 wissen, die sofort aufgesprungen war, um sich auf die leckere Schorle zu stürzen. Sie war wirklich sehr lecker. Sie hatte dann sehr viel gegessen und sich beim Inhuman Butt-Hühnchen bedankt. Oma 80 ist ja auch kein Unmensch. Da fasste sich das Inhuman Butt-Hühnchen ein Herz und fragte.

Oma 80 schien augenblicklich sehr nachdenklich zu werden. So einfach würde sie diese Geschichte wohl nicht verdrängen können. „Also gut, treuer Gefährte, dann ist es wohl an der Zeit, dir die Wahrheit zu sagen. Die Nachricht kam direkt vom Rillenkäse-Män.“

Mit schmerzverzehrtem Gesicht streichelte sie dem Inhuman Butt-Hühnchen über den Kopf und die Füßchen. „Ja, jetzt ist es raus. Der Rillenkäse-Män ist wieder da. Und er macht Jagd auf mich.“

Sie ließ den Kopf sinken. Bei dieser Gelegenheit schlief sie ein. Das ging ihr nach dem Essen häufiger so.

Inhuman Butt-Hühnchen.
(Das letzte das Inhuman Butt-Hühnchen zeigende Foto, bevor das Essen fertig war. Aufgenommen von mir aus dem Topf heraus. Es gab mal wieder leckere Schnakengenickfilet-Hustensaft-Schorle.)

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Das Inhuman Butt-Hühnchen, das sich auf den Schoß der schlafenden Oma 80 gesetzt hatte, wusste, dass das keine gute Nachricht war. Es hatte auch früher schon an der Seite von Oma 80 gegen den Rillenkäse-Män kämpfen müssen. Es ging damals um die Weltherrschaft oder so. Der Rillenkäse-Män hatte sich seinerzeit eine riesige Armee gezüchtet (er beherrschte die Mendelschen Regeln aus dem Eff Eff), die zu etwa 80 Prozent aus bekackten Rillenkäse-Granulatkotze-Glottermonstern bestand. Der Rest rekrutierte sich aus seinen Schergen und einer Handvoll Otterlippen.

Oma 80 und dem Inhuman Butt-Hühnchen war es damals in letzter Sekunde gelungen, das Vorhaben des Rillenkäse-Män zu durchkreuzen. Sie hatten dazu unter anderem einige Viertel Pfunde Tomaten eingesetzt. Allerdings hatten sie damals gedacht, den Rillenkäse-Män endgültig besiegt zu haben, denn seinen Leichnam (oder das, was sie dafür hielten) hatten sie nach dem großartigen Showdown in der Schorfburger Katzenpisse-Raffinerie mittels einer Weedmörse pulverisiert und das Klo runtergejagt. Doch scheinbar hat der Rillenkäse-Män sich davon seinerzeit kaum schocken lassen. Schließlich war er ja jetzt ganz offensichtlich wieder da.


In just diesem Moment wachte Oma 80 wieder auf und redete unvermittelt dort weiter, wo sie vorhin aufgehört hatte. „Ich dachte, er wäre tot. Wie kann das sein ? Wir müssen es herausfinden. Inhuman Butt-Hühnchen, komm, wir müssen los.“

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Stantepede saßen die beiden Helden im eigens für Oma 80 manufaktierten Mobilfunknetz. Das klingt für so manch ungeschultes Ohr heutzutage möglicherweise ein wenig merkwürdig. Für Oma 80 und ihren mehr oder weniger freiwillig untergebenen Schergen, das, wem erzähle ich es, Inhuman Butt-Hühnchen, war es gleich nach dem Abführen, Johnston® hören und Köter killen die allernormalste Sache der Welt. Sie konnten sich beim besten Willen nicht vorstellen, in einem motorgetriebenen Fahr- oder Flugboot zu reisen, denn das fanden sie scheiße.

Naja, jedenfalls waren sie jetzt unterwegs. Nicht, dass das Inhuman Butt-Hühnchen gewusst hätte, wohin es gehen sollte, aber soviel hatte Oma 80 ihm verraten: es würde hart werden. Da konnte sich das Inhuman Butt-Hühnchen aber auch nichts für kaufen.

Letztendlich kamen sie dort an, wo Oma 80 sie hin haben wollte. Die alte Granulatkotze-Umwälzanlage vom Rillenkäse-Män. Der Ort, von dem aus er damals seine schrecklichen Verbrechen geplant, vorbereitet und mit beinahe fatalen Folgen für die gesamte Mensch- und Soweiterheit durchgeführt hatte. Mithilfe der in dieser Anlage unter fürchterlichen, menschenverachtenden Umständen gezüchteten bekackten Rillenkäse-Granulatkotze-Glottermonstern wollte er seinerzeit einigen Schaden anrichten. Egal welcher Art, Hauptsache viel und doll. Und großflächig. Am besten global. Ja. So wollte er's haben. Er war böööse.


War aber nicht drin, weil Oma 80 zur Stelle war. Unsere Oma 80. Die gute, alte Oma 80. Was wären wir nur ohne sie ? Das ginge gar nicht.

(-schluchz-)


Hoch lebe Oma 80. Vivat ! Vivat ! Vivat ! Was nämlich sowohl das Inhuman Butt-Hühnchen als auch Oma 80 total vergessen hatten, war, dass eben genau an diesem Tag, an dem sie sich ein zweites Mal auf die Spur ihres bisher größten Gegners begeben hatten, Oma 80 ihr sein Geburtstag war. Ich habe die beiden dann daran erinnert. Zu irgendwas muss der Autor ja auch gut sein.


Letztlich haben sie dann aber drauf geschissen, weil war auch egal. Denn das Inhuman Butt-Hühnchen wusste so gut wie Oma 80, dass sie sich nur noch ein einziges Mal mit dem Rillenkäse-Män würden anlegen müssen. Sie wussten genauer als fast alle anderen Leute alles andere, dass eine der beiden Parteien endgültig ins Gras beißen würden müsste oder so (?!?), wenn dieser Kampf der Titanen zum Ausbruch käme.


Und eben das war vor wenigen Stunden geschehen, wie ihr ja wohl auch mitgekriegt haben solltet. Also. Rillenkäse-Män oder Oma 80 featuring das Inhuman Butt-Hühnchen. Wer geht drauf ?

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Momeeeent. Noch geht hier keiner drauf. Oder doch. Da. So'n bekacktes Rillenkäse-Granulatkotze-Glottermonster wagt es doch tatsächlich, Oma 80 am Rockzipfel zu packen.

„Ja watt hier ? Aus'm nichts auftauchen und gleich am Rockzipfel packen, oder watt ?“, entfuhr es Oma 80 nach einer so unglaublich kurzen Reaktionszeit, dass es einen 34 Trillionen Zillionen Meter hohen Berg aus DIN A4-Blättern benötigen würde, um die ganzen Nullen vor und nach dem Komma und vor der einen Eins ganz am Schluss in Schönschrift aufzukritzeln. Deswegen (und aus Umweltschutzgründen) verzichte ich darauf, den genauen Wert hier darzulegen. Oma 80 möchte außerdem, wie sie mir einmal im Vertrauen gestand, nicht allzu posig wirken. Das hätte sie nicht so gern. Sie möchte lieber als großkotzig, hinterfotzig und/oder stinkmäulig bezeichnet werden, nicht als posig. „Das mir zu posig !“, sagte sie wortwörtlich.


Eine weitere unglaublich kurze Reaktionszeit später war das bekackte Rillenkäse-Granulatkotze-Glottermonster dann also Mus. Oder lasst es mich so formulieren: falls es zuvor ein Genick gehabt haben sollte, war es jetzt nicht viel mehr wert als 38,5 Gramm in Froschfotzenleder eingelegtes Asselknochenmehl.

Das mit dem Genick war bei den Typen aber eh immer so'ne Sache gewesen, damals schon. Man konnte sich beim Killen dieser Viecher nie sicher sein, ob das jetzt ein Genick gewesen war, was man da zerknickt hatte oder irgendeine andere Gülle. (Die Qualitätsschwankungen in der Produktion dieser bekackten Rillenkäse-Granulatkotze-Glottermonster waren damals übrigens wohl zu etwa 4,7% mit ausschlaggebend für den Triumph von Oma 80 gegen den Rillenkäse-Män gewesen. Oma 80 wollte das nie so richtig wahr haben und drohte mir sogar mit Schlägen, falls ich das weitererzählen sollte. Aber tief in ihrem Herzen wusste sie schon immer, dass es stimmte.)

„Wie mag das wohl heute sein mit den Qualitätsschwankungen bei den bekackten Rillenkäse-Granulatkotze-Glottermonstern ?“, fragte sich, wie der Zufall es so wollte, Oma 80 just in diesem Moment. „Vielleicht hat der Rillenkäse-Män einen Weg gefunden, seine bekackte Rillenkäse-Granulatkotze-Glottermonster-Rezeptur zu perfektionieren. Oder was ? Man weiß es nicht !“


Das Inhuman Butt-Hühnchen, das die ganzen paar Sekunden, die das hier bisher gedauert hatte, die Fresse gehalten hatte, meldete sich zu Wort. Oma 80 hatte aber keinen Schock, sich die Kacke anzuhören und hielt dem Inhuman Butt-Hühnchen brutal den Schnabel zu. Das muss ganz schön gezogen haben, aber das Inhuman Butt-Hühnchen kannte diese Prozedur. Sie dauerte für gewöhnlich nur zwischen vier Stunden und einer Woche. Von daher…


Oma 80 dachte nach. Wenn hier an Rillenkäse-Mäns alter Fabrik bekackte Rillenkäse-Granulatkotze-Glottermonster rumrannten, dann konnte das nur zwei bis eventuell noch ein paar mehr Gründe dafür geben. Oma 80 ging in Gedanken die möglichen Gründe mal eben schnell durch:

„1. These: ‚Das war gar kein bekacktes Rillenkäse-Granulatkotze-Glottermonster, sondern ein Vögelchen.' Schließe ich aus, ist zu blöd. Kein Mensch würde ein kleines Vögelchen als bekacktes Rillenkäse-Granulatkotze-Glottermonster verkleiden und das Viech dann wohl möglicherweise auch noch ohne Genick losschicken. Nein, der Rillenkäse-Män war gerissener.


2. These: ‚Das bekackte Rillenkäse-Granulatkotze-Glottermonster hatte seine Mami verloren und hielt mich für eben jene Mami.' Weiß nicht, möglich wär's. Aber warte, nee, kann ja nicht sein. Die Mütter von bekackten Rillenkäse-Granulatkotze-Glottermonstern sind immer auch gleichzeitig ihre Väter. Also…


3. These: ‚Die Drogen.' Ja, ach.


4. These: ‚Das bekackte Rillenkäse-Granulatkotze-Glottermonster ist ein Veteran aus dem ersten Krieg zwischen Gut und Böse, zwischen dem Rillenkäse-Män und mir, Oma 80, oder umgekehrt.' Wohl kaum. Ich habe damals a) sämtliches Genickmaterial vernichtet und b) Salz auf die Erde gestreut, damit hier nichts mehr wächst. Also nicht.


5. These: ‚Der bekackte Rillenkäse-Män hat seine Zucht von bekackten Rillenkäse-Granulatkotze-Glottermonstern wieder am alten Ort aufblühen lassen und plant erneut ganz, ganz böse Sachen.' Yip, ich glaube, das könnte es sein. Mein Favorit.“

Oma 80, entschlussfreudig wie eh und je, entschloss sich, wo sie doch schon mal hier war und nebenbei noch die vom Sachverhalt her nicht ganz von der Hand zu weisende Theorie aufgestellt hatte, dass der Rillenkäse-Män hier erneut sein Unwesen trieb, erstmal was zu essen.

Eben weil sie Hunger hatte, entließ sie das Inhuman Butt-Hühnchen für einen Moment aus der schmerzhaften Umklammerung, damit es ein paar mit Lappeneulen-Embryonen (aus eigener Zucht) belegte Asthmatiker-Lungen (vom frisch geschossenen Individuum, ganz wichtig) zubereiten konnte. (Für den sagen wir mal 'normalen' Leser bzw. die 'normale' Leserin (p.c.-ness at its best !!!) dieses Tatsachenberichtes ist das hier beschriebene Gericht in etwa zu vergleichen mit einem Krabbenbrötchen, nur mit gänzlich anderen Zutaten.)

Das Inhuman Butt-Hühnchen begab sich an den Kofferraum des Mobilfunknetzes und bekam die Zutaten mit seinen zittrigen Knöcheln man gerade eben so herausgefingert. Ein wenig zu lieblos kombinierte es dann die delikaten Bestandteile des von Oma 80 angeordneten Picknicks. Das fand auch Oma 80, der ob dieser offensichtlichen Schnodderigkeit des Inhuman Butt-Hühnchens ihr gegenüber schon wieder der Appetit flöten gegangen war. Das hatte das Inhuman Butt-Hühnchen nun davon.


Improvisationsfreudig wie Oma 80 schon seit jeher gewesen war, entschied sie, dass der Moment gekommen war, nach Hause zu fahren, um die neu gewonnenen Erkenntnisse in handfeste Schlachtpläne umzusetzen. Gänzlich unvorbereitet wollte sie dem Rillenkäse-Män ja nun doch nicht gegenübertreten. Und so ganz ohne was gegessen zu haben…

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„Wir müssen ihn fertigmachen !“, sagte Oma 80, zu Hause und wie gewöhnlich auf ihrem Schaukelstuhl sitzend, zum Inhuman Butt-Hühnchen.

„GrApzilapsztenN !“, entgegenete das Inhuman Butt-Hühnchen.

Oma 80 verstand sehr wohl, was das Inhuman Butt-Hühnchen damit sagen wollte. „Du hast recht,“ sagte sie nach kurzer Bedenkzeit, „das ist der einzige Weg !“

Kaum gesagt, schon gemacht. Per Hollywood-Schaukelage katapultierten sie sich in das geheime Labor der Oma 80, das seit einigen Jahren praktisch ungenutzt war. (Nur ihrer Putzfrau hatte Oma 80 hin und wieder erlaubt, dort das eine oder andere kranke Experiment durchzuführen, wenn sie mit dem Putzen fertig war.) Für Oma 80 gab es in den letzten Jahren einfach zu wenige Fälle, die erfordert hätten, aus ihrem Schaukelstuhl aufzustehen und beispielsweise chemische Krampfstoffe oder psychogalaktische Substanzen gegen potentielle Bösewichte oder Politessen zu entwickeln. Im Normalfall hatte immer ihre Handtasche gereicht.

Doch seit sie wusste, was ihr und dem Inhuman Butt-Hühnchen bevorstehen würde, war ihr klar geworden, dass sie ohne intensive, aber blitzschnelle Forschungsarbeit kaum in der Lage sein würden, den Rillenkäse-Män und seine Armee ein zweites Mal unschädlich zu machen.


Im Labor herrschte Chaos. Oma 80 machte sich eine Notiz, dass sie unbedingt ihre Putzfrau zur Rede stellen müsste, wenn die Sache mit dem Rillenkäse-Män gegessen wäre. „Das kann ja wohl nich' !“, sagte sie.


Und damit hatte sie völlig recht. Das konnte wirklich nich'. Im Labor befanden sich sämtliche Instrumentalien in einem äußerst desolaten Zustand. Die Reagenzgläser waren alle dreckig, der Bunsenbrenner war offensichtlich zweckentfremdet worden und von den schmutzigen Fenstern fange ich gar nicht erst an. Die Hölle !


Im Endeffekt war die ganze Sache dann aber doch nicht ganz so schlimm, denn Oma 80's wirkliches Labor lag weit unter diesem Scheinlabor in der Erdkruste versteckt, nah am Erdkern. Es war beinahe schon mehr als geheim. Oma 80 hatte sich das mit den zwei Labors seinerzeit aus guten Gründen überlegt. Erstens vertraute sie grundsätzlich niemandem. NIEMANDEM ! Auch nicht ihrer Putzfrau, die sich noch einiges Gejodel würde anhören müssen. Zweitens hatte Oma 80 eine Methode entwickelt, die Energie, die der Erdkern abstrahlt, einzutüten und überall wieder auszupacken, indem sie die Tüte im Bedarfsfall einfach per Handschlag platzen ließ. Zum Beispiel, um eine Taschenlampe zu betreiben oder nur so zum Spaß. Drittens war es dort unten immer schön warm. Also bestiegen (oder bestogen, ich weiß es nicht mehr genau) Oma 80 und das Inhuman Butt-Hühnchen den hinter einer Leuchtstoffmöhre versteckten Fahrstuhl, um ins echte Labor zu gelangen. Die Fahrt dauerte immer ein bisschen. Deswegen hatte Oma 80 schon vor Jahren ihre alte Spielesammlung im Fahrstuhl deponiert. Das Inhuman Butt-Hühnchen und Oma 80 spielten Halma. Oma 80 gewann selbstverständlich, das gehörte zum guten Ton. Matt in zwei Zügen.


Im Labor angekommen, setzte das Inhuman Butt-Hühnchen erstmal einen Kaffee auf. Selbstverständlich immer nur den guten Kaffee Hark, mit echten Erdkrümeln. Es war, wie das Halmaspielen, zu einer Art Brauch geworden. Schließlich hatten Oma 80 und das Inhuman Butt-Hühnchen hier was ganz eigenes, dazu gehörten Rituale. Also lecker Kaffee trinken.


Der war aber auch watt lecker, der Kaffee.


Anschließend begaben sich die Helden ans Werk. Ein Plan musste her. Wie kamen sie nur an den Rillenkäse-Män heran, ohne frühzeitig aufzufliegen ? Oder anders: wie sollten sie die zu erwartenden Massen an bekackten Rillenkäse-Granulatkotze-Glottermonster-Genicken brechen, ohne dass der Rillenkäse-Män es bemerkte ? Oder möglichst spät ?!?


„Computer ?“

„STTTTrrrrrrr ! Was kann ich für sie tun, oh große Gebieterin ?“

Oma 80 mochte diese unterwürfige Art des Computers, mit ihr zu sprechen. Zu anderen Leuten war er nie so nett.

„Computer, ich sage es kurz und bündig, denn wir haben wenig Zeit. Der Rillenkäse-Män ist wieder da und hat, wie ich vermute, die Rezeptur für seine bekackten Rillenkäse-Granulatkotze-Glottermonster perfektioniert. Watt maacke ?“

Damit der Computer ihre Befehle und Anfragen korrekt bearbeiten konnte, musste sie teilweise blödes Deutsch reden, besonders am Ende ihrer Ansagen. Das hatte mit der Programmierung des Sprachmoduls zu tun. Es wäre für Oma 80 ein leichtes gewesen, diese Fehler auszubügeln, aber irgendwie hatte sie sich schon so sehr daran gewöhnt, dass es sie nicht mehr störte. Manchmal fand sie es sogar ganz lustig. Dann kicherte sie immer.


Der Computer rechnete. Und rechnete. Und rechnete. Und…..abgestürzt. Hätte sie sich doch damals von diesem Güll Bates oder wie der hieß nicht soviel Honig um den Bart (sie hatte damals, als sie ihn kennen lernte, noch eine riesige dritte Augenbraue gehabt, zur Tarnung) schmieren lassen. Dann würde der bekackte Computer auch besser laufen. Aber sie mochte Honig doch so gerne. Scheiße.


Nachdem der Computer neu hochgefahren war, wiederholte Oma 80 ihre Ansage. Nun kam der Computer besser in die Pötte. „STTTTrrrrrrr ! Ich habe eine Lösung. Hingehen !“

Oma 80 stellte wortlos den Computer auf ‚AUS'. Sowas Beklopptes hätte sie sich auch selber ausdenken können. Oder das Inhuman Butt-Hühnchen. „Hälst das ?“, fragte sie das Inhuman Butt-Hühnchen auf eindeutig rhetorische Art und Weise. Das Inhuman Butt-Hühnchen zuckte mit den Körperteilen, die des Inhuman Butt-Hühnchens Equivalent zu menschlichen Schultern darstellten. Oma 80 wurde ernst: „Wir müssen improvisieren.“

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Ohne zu dick auftragen zu wollen, muss ich gestehen, dass ich in meinem ganzen Leben nie ein größeres Improvisationstalent als Oma 80 kennengelernt habe. Weder auf der Erde, noch im restlichen, doch verhältnismäßig großen Teil unseres heimischen Spiralarms. Es machte mir seinerzeit beinahe Angst, als Oma 80 damals bei unserem ersten gemeinsamen Rauchabend aus den absurdesten Bestandteilen einen 1A-Bong bastelte, weil die OCBs alle waren. Er setzte sich aus folgenden Bestandteilen zusammen:


- ein halber Liter Transistorschorle
- ein Pekinesen-Schäferhund-Mischling (vom Nachbarn)
- eine ausgehöhlte Massivholz-Gardinenstange
- ein Loch, das sie vorübergehend aus einem meiner Zähne entfernt hatte
- eine holländische Tulpe


Wir waren hinterher so breit, dass Oma 80 bei mir pennen musste, weil sie nicht mehr durch die Tür passte.

Wahrscheinlich arbeitete sie gerade an einem ebenso genialen Coup, denn sie hatte wieder dieses unglaublich klare, konzentrierte Blitzen in ihren azurblauen Augen. Wie damals beim Kiffen. Auch das Inhuman Butt-Hühnchen hatte das mitgekriegt und vermied es tunlichst, Oma 80 während ihrer Konzentrationsphase zu irritieren, denn das hätte unschöne Folgen nach sich ziehen können. Trotzdem hätte es natürlich gerne gewusst, was Oma 80 wohl für einen genialen Plan ausheckte. Es sollte noch früh genug darüber in Kenntnis gesetzt werden.

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Die erste Sache, an die Oma 80 denken musste, als sie aus ihrem mal eben zur Abwechslung und aus traditionellen Gründen abgehaltenen Kurzschlaf erwachte, waren grellgelbe Gummihandschuhe. Warum das so war, wusste sie nicht. Es ging ihr häufiger so. Zwar nicht das mit den Gummihandschuhen in grellgelber Farbe, aber mit Sachen.


Deshalb machte sie sich auch keine größeren Sorgen, als das, was wir heutzutage landläufig als 'Telefon' bezeichnen, wie wild zu bimmeln begann. Privatleitung.

Wie gewöhnlich ließ Oma 80 erstmal klingeln, bevor sie ran ging, wenn überhaupt. Sie wollte ja sichergehen, dass die Leute nicht wegen irgendeines Blödsinns anriefen, sondern nur, wenn es sich um eine ernstzunehmende Angelegenheit handelte. Als der Anrufer auch nach geraumer Zeit nicht locker ließ, erbarmte sich Oma 80. Sie ging wie gewohnt mit den Worten „Wer stört mich hier überhaupt ?“ an die Sprechmuschel und legte ebenfalls wie gewohnt sofort wieder auf, ohne den Anrufer zu Wort kommen zu lassen. Das machte sie fast immer so. Wie gesagt, sie war sehr darauf bedacht, nur wirklich wichtige Anrufer ihre im Regelfall dann doch blödsinnigen Aussagen machen zu lassen. Außerdem bevorzugte sie es sowieso, wenn es denn nun schon mal sein musste, nicht per altmodischer und veralteter Kommunikationstechnik kontaktiert zu werden. Wozu hatte sie sich schließlich letztens bei Ü-Bay das Com-Knöpfchen geschossen ? Bei sich verfluchte Oma 80 die ganzen Penner, die einfach nur zu geizig waren, die zugebenenermaßen maßlos überteuerten Gebühren für einen Anruf auf den modernen und doch nützlichen kleinen Helfern zu entrichten und deshalb lieber ‚telefonierten'.

„Hirnis !“


Das 'Telefon' klingelte sofort wieder. „Naja,“, murmelte Oma 80 in leicht genervtem Tonfall, „dann wohl doch.“ Sie trat erneut an die Sprechmuschel. „Ja, hallo ?“, sagte sie in ihrem freundstlichstmöglichsten Tonfall. Aus der Hörschüssel drangen ausschließlich seltsame Geräusche. Allerdings war Oma 80 mit ihrem einzigartig genialen Gehör in der Lage, einige der Geräusche zu isolieren und zu identifizieren. Das waren einerseits hauptsächlich Geräusche wie von Pelikanen, wenn sie landen, und andererseits solche, die ihren Ursprung nur dort haben konnten, wo sie auch in echt herkamen, was Oma 80 aber erst einige Millisekunden später begreifen sollte: aus Rillenkäse-Mäns Granulatkotze-Umwälzanlage. Das konnte, wie Oma 80 nun blitzschnell begriff, in Zusammenhang mit dem Fakt, dass die blöde Sau auf der 'Telefonleitung' anrief, weil er die alte Nummer noch von früher her kannte, nur eines bedeuten: es war


*spannung_erzeug*


DER RILLENKÄSE-MÄN !


„Soso. Rillenkäse-Män, was ?“

Bei dem Wort 'was' ging sie mit der Stimme nach oben, um die Aussage in eine Frage zu verwandeln, aber nur zum Schein. Sie wusste ja schließlich, was sie sich denken konnte. Am anderen Ende der Leitung war ein hörbares Schlucken zu hören, denn es war ja hörbar. Damit hatte der Rillenkäse-Män nicht gerechnet, dass Oma 80 so schnell dahinter kommen würde, wer sie da 'telefonisch' belästigte. Das war anders geplant. Er wollte ursprünglich erstmal groß rumschocken um dann, nach einigen Minuten bizarrester Angsteinflößungen, seinen Namen mit großem Hallo preiszugeben. Woran er nicht gedacht hatte, was ihm aber offensichtlich dann erst hinterher einfiel, war, dass er Oma 80 ja zu Anfang der Nacherzählung dieser wahren Begebenheit schon so eine Art ich nenn's jetzt einfach mal SMS geschickt und dann den Zettel mit der Nummer als Klopapier hatte missbrauchen müssen, weil er keins mehr vorrätig hatte. Die Nachricht sagte bekanntlich aus, dass er jetzt wieder Jagd auf sie machen würde. Von daher hatte der Rillenkäse-Män hier Mist gebaut. Aber das kommt davon, wenn man Oma 80s Elefantengedächtnis und –fußaschenbecher unterschätzt: erstens sind völlig fies gemeinte Überraschungen total für'n Arsch, wenn man so schlau ist, sie vorher anzukündigen, und zweitens sieht der Aschenbecher echt klasse aus.


„Hör zu, du kleine Pottsau“, holte Oma 80 zu einem 1A-Gejodel aus, „geh' mir nicht auf'n Sack. Du kriegst dein Fett schon noch weg, aber stell' dich gefälligst hinten an, du Arsch. Comprende ?“ Klack.

Aufgelegt. Oma 80 natürlich. Das mit den bescheuerten Anrufen vom Rillenkäse-Män wollte sie nicht haben. Andererseits, dachte sie dann auch, war das just eine ebenso gute wie gut genutzte Gelegenheit, dem Pisser mal ein bisschen Angst einzujagen. Umgekehrte Psychologie.


Das Inhuman Butt-Hühnchen betrat nun gerade den Raum. Es war, während Oma 80 schlief, mal eben kacken gewesen. Deshalb hatte es von dem Anruf auch rein gar nichts mitgekriegt. Musste aber ja auch nicht alles wissen. Was das Inhuman Butt-Hühnchen aber mit Sicherheit wusste, war etwas, was es gerade herausgefunden hatte. Nämlich, dass die Schwimmwesten, die in dem kleinen Schränkchen unter dem Waschbecken lagerten, so und so rum angingen. Und das war ja auch etwas. Das war etwas.

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„MujrlaHlllatt !“

Wir können uns sicherlich alle denken, wer das gesagt hat. Richtig. Das Inhuman Butt-Hühnchen. Es kam gerade von der Toilette. Es war mal eben kacken gewesen.


Oma 80 winkte nur ab. Damit konnte sie ja nun rein gar nichts anfangen.


Das Inhuman Butt-Hühnchen platzierte sich auf dem Eigens-Für-Eben-Jenen-Zweck-Des-Sich-Auf-Das-Sofa-Drauf-Setzens-Sofa, das dort eigens für diesen Zweck platziert worden war. Es tat das aus gutem Grund, denn es hatte keine Lust, dumm herumzustehen. Es kam sich dann immer so klein vor.


Oma 80 brach das Schweigen. Sie sagte eigentlich nichts besonderes, als sie folgendes sagte: „Rate mal, wer eben angerufen hat.“ Doch die Betonung war wie in so vielen anderen Fällen auch hier entscheidend sinngebend. Das Inhuman Butt-Hühnchen, dieses völlig dämliche Viertel Pfund Scherge, wusste augenblicklich, welchen Zweck der eben von Oma 80 ausgesprochene Satz haben sollte. Sie wollte es auf inoffiziellem Wege darüber in Kenntnis setzen, dass der Rillenkäse-Män kürzlich, während es mal eben kacken gewesen war, angerufen hatte.

Weiterhin erkannte das Inhuman Butt-Hühnchen aus der von Oma 80 gewählten Wortwahl, dass dieser bescheuerte Asi-Komiker von Rillenkäse-Män doch tatsächlich das 'Telefon' für diesen Zweck benutzt haben musste. Völlig lächerlich. Wenn die bekackten Rillenkäse-Granulatkotze-Glottermonster-Genicke genauso so leicht zu knacken sein würden wie der Rillenkäse-Män sich hier bekloppt angestellt hatte, dann war die Sache schon gelaufen.


Dachte das Inhuman Butt-Hühnchen.


Oma 80 nicht. Sie wusste nur zu genau, wie schlau und gerissen der Rillenkäse-Män sein konnte, wenn er nur wollte. Und er wollte scheinbar. Er wollte Oma 80 und das Inhuman Butt-Hühnchen davon überzeugen, dass er wohl langsam alt würde und so. Senil. Das Inhuman Butt-Hühnchen hatte den Köder geschluckt, doch Oma 80 war sich sicher: „Da kommt noch was nach !“

Sie entschlummerte augenblicklich, vor ihrem geistigen Auge das Bild eines Zehn-Liter-Eimers aus einer Art megakonkret-rotem Plastik, gefüllt mit Putzwasser oder ähnlichem Gebräu. Der Mop lag links daneben. Oma 80 dachte noch eine Millisekunde über diese Szenerie nach, als auf einmal auch die ihr schon bekannten grellgelben Gummi-Handschuhe in ihren langsam ins Traumland reingehenden Sinn kamen, sich den Mop griffen und wie, als wären Geisterhände in den Handschuhen drin, dahin weg entfleuchten, fliegenderweis. Das letzte, was sie dachte, bevor sie endgültig den Kampf gegen Papa Schlaf verlor, war ein nachdenkliches „Hmmm…“.

Nun träumte sie.

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Oma 80 schwebt. Sie fühlt sich leicht. So leicht wie nie zuvor. Quasi schwerelos. Ohne Gewicht. „Der Erdanziehung ein Schnäppchen geschlagen…“, hört sie sich sagen, so mit Echo und so. Weil da sind auch Berge, da, wo sie längs fliegt. Das Wetter ist auch okay. Es kommt ihr vor wie in einem Traum. Dass es tatsächlich so eine Art Traum war, wusste Oma 80 hier nicht. Erst später dann, als sie wieder wach war.


Sie flattert so durch die Gegend, als auf ein Uhr plötzlich ein Gebäude aus dem Nebel auftaucht, der sich ganz spontan auf den Gipfeln einer sich nordnordöstlich befindlichen Bergkette gebildet hatte. Es erscheint im Halblicht der merkwürdigerweise von einer Meister-Proper-Silouette geprägten Sonne wie eine Art Fabrik. Doch etwas kommt Oma 80 merkwürdig vor: „Die Schornsteine qualmen ja gar nicht !“, echot es aus ihrem Hals. Ihr wird schwindelig. Sie beginnt zu taumeln. In der Luft. Das ist scheiße, weil dann fällt man ja runter und haut sich das Knie auf. Sie stürzt ab. Höllenängste. In ihrem Kopf. Sie fühlt, wie ihr der Schweiß literweise aus allen Poren spritzt. „Eimer !“, ruft sie, „EEEEEIIIIMMMEEEERRRRRR !!!!!“

Kurz vor dem Aufprall auf eine Felsspitze gigantischen Ausmaßes wacht Oma 80 auf. Schreiend. Wie immer im Film.

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„AAAAAAÄÄÄÄÄÄÄEEEEEEEIIIIIIIIIMMMMMMEÄEÄEÄEÄRRRRRRRRRRR !!!!!!“
Das Inhuman Butt-Hühnchen war entsetzt. Wenige Minuten zuvor war Oma 80 wie gewöhnlich zu einer unmöglichen Zeit und in atemberaubender Geschwindigkeit eingeschlafen. Nichts besonderes. Aber was sich im Verlauf dieser Schlafperiode alles ereignete, das war selbst für das hartgesottene Inhuman Butt-Hühnchen zuviel. Es war sozusagen kurz vorm Durchdrehen.


Oma 80s schlafender Körper hatte zunächst ganz normal ausgesehen. Alt, aber doch begehrenswert. Doch spätestens, als ihre Gliedmaßen zu krampfen begannen, ihr die Kotze aus dem Mund schoss und sie anfing, wie ein Schwein zu schwitzen, kriegte das Inhuman Butt-Hühnchen ordentlich Muffensausen. Und ihr Gejodel erst.


Oma 80 war zwar mittlerweile wieder bei Bewusstsein, aber Herrin ihrer Sinne und Körperfunktionen war sie noch nicht wieder geworden. Sie stieß noch immer völlig unkontrolliert sämtliche erdenklichen Körperflüssigkeiten (jaja, auch die…) ab. Das Inhuman Butt-Hühnchen war absolut hilflos. Der letzte Erste-Hilfe-Kurs lag etwa 15 Jahre zurück, und besonders schlau war das Inhuman Butt-Hühnchen ja nun auch nicht. Aber es musste doch etwas unternehmen können.

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Tja, da war die Oma 80 jetzt aber ganz schön hart am Limit gewesen, was ? Gerade eben da ? Ja, heftig ! Aber wie geht's weiter ? Lest das nächste Kapitel und es wird einiges klar werden.

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Das Inhuman Butt-Hühnchen unternahm etwas. Und zwar sich von Oma 80 ein paar ordentliche Schläge in die Fresse einfangen. Diese Oma 80 hatte nämlich trotz ihres schrecklichen Zustandes mitbekommen, dass das Inhuman Butt-Hühnchen völlig planlos herumspackte, ohne auch nur den geringsten Hilfeversuch zu unternehmen. Weil es eben viel zu bescheuert war. Dann setzte es halt Schläge. Außerdem war ein sehr netter Nebeneffekt dieser Schlagkanonade auf des Inhuman Butt-Hühnchens Schädel der, dass der Zustand der Oma 80 sich durch das Schlagen an sich schlagartig verbesserte. Sie fühlte sich prompt wieder wie neu. Oma 80 war schon immer eine gute Freundin des harten Muskeltrainings gewesen, und einmal mehr bereute sie dieses nicht.


Das Inhuman Butt-Hühnchen hingegen…naja. Lappen vielleicht. Höchstens.


Oma 80 hatte nun alle ihre elf bis vierzehn Sinne (die Experten streiten noch) wieder beisammen. Zum Glück. So war sie in der Lage, über die Geschehnisse der letzten paar Minuten zu reflektieren.


Auch wenn ihre Erinnerungen an den vergangenen Traum, ja, so musste sie dieses Erlebnis zwangsläufig auch erst einmal nennen, leicht verschwommen waren, so konnte sie doch einige Dinge in Verbindung zueinander bringen. Zum einen hatte die geniale Oma 80 längst begriffen, dass es kein Zufall sein konnte, dass ihr in letzter Zeit sehr häufig die Bilder von Putzutensilien durch den Kopf schwirrten, bevorzugt kurz vor dem Einschlafen. Am dollsten eben vor dieser absurden Vision, diesem Traum. Dabei putzte sie gar nicht, weil sie ja diese Putzfrau hatte, mit der sie dringend noch ein Wörtchen jodeln wollte. „Merkwürdig...", fand Oma 80.


Zum anderen war da ja auch noch dieses Gebäude, das plötzlich aus dem Nebel aufgetaucht war. Es schien eine Fabrik zu sein. Und hier hatte Oma 80 den richtigen Riecher. Sie dachte nämlich, dass das die alte Granulatkotze-Umwälzanlage vom Rillenkäse-Män gewesen sein könnte. Und es war. Nur den Zusammenhang zwischen diesen beiden Dingen (falls es denn einen gab…) sah Oma 80 nicht. Vielleicht hatte sie nicht richtig hin geguckt. Oder doch. Wie so oft weiß man es nicht...


Jedenfalls beschloss sie in ihrer irre professionellen Art, den Sachen sofort auf die Gründe zu gehen.


„INHUMAN BUTT-HÜHNCHEN !!!“, jodelte Oma 80, obwohl sich selbiges nur etwa 40 mal 40 mal 40 Zentimeter von ihrem Kopf entfernt befand.

„HsmS…e ?“

„Ja, du. Du gehst jetzt an folgenden Ort: Rillenkäse-Mäns alte Granulatkotze-Umwälzanlage. Dort wirst du dich einfach mal ein wenig, sagen wir mal, umsehen. Möglichst unauffällig. Du könntest die Differenzi-Aal-Schärpe tragen. Zur Tarnung. Ich fahr' dich hin !!!“

Oma 80 war klar, dass das Inhuman Butt-Hühnchen da eigentlich überhaupt gar keinen Schock drauf hatte, war es doch im Grunde seines Organismus' nichts weiter als ein kleinstmögliches Stückchen Scheiße, das zudem noch mit einer wirklich ekelerregenden Feigheit ausgestattet war. Aber das Inhuman Butt-Hühnchen war nun einmal die einzige Person in diesem grandios geführten Haushalt, die klein genug war, um sich durch irgendein völlig verdrecktes, moderig stinkendes Loch in der Außenhülle von Rillenkäse-Mäns alter Granulatkotze-Umwälzanlage zu quetschen und somit ins Innere des Komplexes zu gelangen. Also war das Inhuman Butt-Hühnchen mal wieder dran, Heldenmut zu beweisen. Schallendes !!!

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Im folgenden der live via Satellit aus der alten Granulatkotze-Umwälzanlage in Oma 80 ihr sein Mobilfunknetz, mit dem sie das Inhuman Butt-Hühnchen hergefahren hatte, übertragene Kommentar des selbigen, hier aus Gründen der allgemeinen Verständlichkeit ins Deutsche übersetzt aus der ansonsten in Mitteleuropa kaum ansässigen Sprache eben jenes Inhuman Butt-Hühnchens, nämlich Ostwestasthmatisch:

„Yak. Echt asich hier. Mannomann.
Brrr.
Siffig und zugig. Großartig.
Geil is anders.
Pst !
Da quatscht jemand…richte Mikrofön aus…
'
Das kann ja wohl nich !' Eine krätzige Frauenstimme.
'
Ich dreh noch mal durch !!' Sie schreit.
Halt's Maul.
'
Was, ich frage WAAAAS muss ich tun, damit du mal was geschissen kriegst, du Affe ?'
Die macht mir Angst. Wen brüllt die da so an ?
'
Mmmmhöö ö ö….*wimmer*….MMMMmmhhööö ö ö !'
Oh, Mann, wer flennt da so erbärmlich ?
'
Rille, du alter Sack, ich versuch' es nur noch ein einzigstes Mal mit dich. Verkack' es nich'.'
Rille ? Muss Rillenkäse-Män sein. Warum zur Hölle ist der Typ so'n Waschlappen ? Und wieso kann die Tussi kein richtiges Deutsch ?
Oh, pst, sie kommt.
-tap-tap-tap-
Die Alde kann mich nicht sehen. Ich sie aber. Von hinten. Sie trägt eine Art Putzfrauenkopftuch, und an ihren Händen sind gelbe Gummihandschuhe dran. Die Finger scheinen Augen zu haben oder Schimmelflecken. Kann auch meine Aufregung sein.
Sie verlässt den Raum.
Ich hab Angst.
Ich muss weg.“

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Oma 80 war ein wenig langweilig gewesen, während sie auf das Inhuman Butt-Hühnchen gewartet hatte und sich dessen Gesülze auch noch im Radion hatte anhören müssen. Sie hatte mehrere Hümmer gegessen, weil die so lecker waren. Einige hatten sich auf dem Weg hinunter in ihren Magen noch gewehrt, aber gegen Oma 80s durchtrainierte Speiseröhren- und Magendarmtraktsmuskulatur konnten ihre Scheren nicht das Geringste ausrichten. Sie aaste einfach zu stark.

Nachdem sie dann sämtliche Kreuzworträtsel in der dort ansässigen Lokalzeitung ausgefüllt und zum Korrigierenlassen per eigens dafür mitgebrachter Brieftraube an die Zeitung zurückgesandt hatte, ging es besser, aber nur kurz. Denn verschiedene Sachen konnte sie einfach nicht abschütteln. Sie hatte sich eigentlich vorgenommen, sich mal ein paar Stündchen für sich zu nehmen und das zu machen, wo sie Schock drauf hatte. Aber dann kam ja wie immer irgendeine Gülle dazwischen.

Außerdem musste sie wieder und wieder (praktisch unentwegt) an den Rillenkäse-Män und die Putzutensilien denken. Ihr war das unheimlich, dass der Rillenkäse-Män irgendwas mit Putzlappen und so zu tun haben sollte. War er etwa doch senil geworden ? Der alte Sack ? Wäre ja nicht der erste Hinweis auf selbiges gewesen. Man beachte den albernen Versuch, ihr per 'Telefon' Angst machen zu wollen und sich vorher schon längst wieder zurückgemeldet zu haben. Alles ließ darauf schließen, dass der Rillenkäse-Män nicht mehr der Alte war, sondern einfach alt.


Es klopfte an Oma 80`s Mobilfunknetztür. „Was los ?“

„NnnmmnNjörrggllll !“

Das Inhuman Butt-Hühnchen war wohl fertig da drin. „Jetzt nicht !“

Das Inhuman Butt-Hühnchen wagte es nicht, Widerworte auszusprechen. Zu gefährlich. War auch nicht weiter wichtig gewesen. Es war nur sehr, sehr kalt dort draußen.

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Nachdem Oma 80 eben noch mal schnell weggenickt gewesen war, ließ sie das Inhuman Butt-Hühnchen dann aber doch einsteigen. Sie wollte ja schließlich auch heute noch nach Hause.


Auf dem Heimweg versuchte das Inhuman Butt-Hühnchen, Oma 80 über das, was es gesehen und gehört hatte, in Kenntnis zu setzen. Es blieb allerdings bei dem Versuch, denn Oma 80 hörte nicht zu.


Erst zu Hause angekommen, mit einer eiskalten Möterschorle in der einen und der anderen Hand im Hosenbund, nahm Oma 80 sich die Zeit, den Ausführungen des Inhuman Butt-Hühnchens aufmerksamer zu lauschen.

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Sie verstand.
Sie verstand vieles.
Sie verstand sehr vieles.
Sie verstand überhaupt nichts. Wie konnte das sein ? Sie verstand überhaupt nichts.


Sie versuchte erneut, ihre Energien zu bündeln. Nachdem das Inhuman Butt-Hühnchen ihr in erschreckend realistischer Manier Bericht erstattet hatte, gingen Oma 80 nämlich sowohl Lichter auf als auch unter. Eher mehr auf, dachte sie zuerst. Aber wenn ihr mich fragt, saß sie zwischenzeitlich fast schon eher im Dunkeln. Soviel kann ich als annähernd unparteiische Partei sagen.


Oma 80 gelang es nach einigen kraftraubenden Versuchen dann doch noch, ihre für den Ottonormalsterblichen schier unerschöpflich anmutenden Gehirntiefen für sich selber zugänglich zu machen. Das klingt für besagten Otto wohl einfacher als es war. War es aber nicht.


Denn nur mindestens extra-sickomatische Leute können sich gleichzeitig sowohl bis auf den Grund ihrer vorderen Gehirnlappen, als auch bis in die letzten verrotteten Zipfel des Rückenmarks zurückziehen, um dort in aller Ruhe und Vernunft über alles zu sinnieren. Und Oma 80 gehörte mit allergrößter Sicherheit zu einem Personenkreis, dessen Mitglieder diese Grenzen der eigenen popeligen Körper mit nur einem Fingerzeig nahezu beliebig verschieben konnten. Allerdings war Oma 80 in letzter Zeit ein wenig aus der Übung geraten.


Nichtsdestotrotz fiel sie in Trance…

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Das Inhuman Butt-Hühnchen brachte leckeres Ragout aus mutierten Miesepetermuscheln und ranzigen Zwiebelnillen vom südpatagonischen Halbledersackträgergehilfen an schlüpfbereiten Ei-Dechsen-Eiern. Dazu schmeckten wie immer Tannensaftkonzentrat aus der Tube und Wurst. Oma 80 hatte dann hinterher sehr viel gegessen gehabt.


Diese intensomatischen Übungen, die sie vollführt hatte, um sich in Trance zu begeben, waren mehr als fordernd für den Organismus einer Frau ihres Alters. Sie hatte sich diese Stärkung verdient.


Oma 80 war diesmal hart an der Grenze gewesen. Doch sie wäre nicht Oma 80 gewesen, sollte alles umsonst gewesen sein. Einige Zusammenhänge waren ihr während ihres autohypnotistischen Zustandes wie Schuppen von den Augen gerasselt.


Da waren zum einen die gelben Handschuhe, die Oma 80 bisher nur als einen merkwürdigen, nicht wirklich schlüssig einzuordnenden Traum registriert hatte. Ihr wurde klar, dass einerseits nicht alles Gold war, was glänzte (z.B. Silber), andererseits aber auch nicht alles, was aus Gummi war, gelb sein musste. Daraus folgerte sie messerscharf, dass mehr hinter diesen Handschuhen stecken musste.


Hatte das Inhuman Butt-Hühnchen nicht was von Augen gefaselt ?

„Hmmm….“


Aber wer is' die Alde ? Die-Die-Die-Augenbewehrten-Handschuhe-Durch-Die-Gegend-Schleppt ? Wohl kaum…


Und, zur Hölle, ist Rille jetzt senil oder nicht ? Marionette oder Drahtzieher ? Scherge oder Scheff ? Wohl die Fragen aller Fragen.


„Zu viele Fragen,“, hörte Oma 80 sich selber sagen, „einfach zu viele offene Fragen…“


Dieses Puzzle war ein Mehrteiler.

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„Nichts ist so, wie es scheint. Alles verschwimmt in der Ursuppe des Universums. Unerbittlich. Ohne Halt. Nichts, rein NICHTS bleibt. Weder dort, noch zurück, noch beieinander.
Deshalb sollten sie vorsorgen.
Wählen sie einfach folgende Telefonnummer: 5-5-5-AAL-KOT-ZE.
Es lohnt sich für Sie. Auch für Sie.
-dedele…dede-…..!“


„Mach das bekackte Radion aus, sonst gibt's Saures. DU ALTER SACK !“


Der Rillenkäse-Män gehorchte aufs Wort. Er war doch mächtig eingeschüchtert von dieser Frau. Sowas hatte er noch nicht erlebt. Er konnte die ganze Chose hier irgendwie einfach nicht gutheißen. Doch was sollte er tun ? Die Frau mit den ekligen Handschuhen war einfach kräftiger als er. Sie haute manchmal ganz schön doll zu, es tat dann auch weh. Das wollte der Rillenkäse-Män in Zukunft möglichst vermeiden.


Er wartete nur auf die richtige Gelegenheit, seinen (zumindest seiner Meinung nach) überlegenen Geist einzusetzen, um die Machtverhältnisse in dieser doch zumindest aus seiner Sicht eher unfreiwilligen Beziehung entscheidend zu seinen Gunsten zu modifizieren. Sie blökte wieder.

„Du machst mir wild, du Asi. Glotz nich' so blöd, sonst dreh' ich dir den Stiel aus der Bürne !“
„Red' du man…“, dachte der Rillenkäse-Män so bei sich, „…du wirst mich schon noch kennenlernen !“

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Was Oma 80 ja die ganze Zeit über total vergessen hatte, war folgendes: sie wollte ja eigentlich ihrer Putzfrau mal so'n richtigen Einlauf verpassen. Von wegen wie das Labor aussah und so. Vielleicht war ja jetzt auch genau das das richtige Mittel, um wieder Oberwasser zu kriegen nach dem ganzen Stress, dachte Oma 80. Außerdem konnte man das so auch nicht stehen lassen. Es war schließlich eine unglaubliche Frechheit gewesen, das Labor, für dessen Sauberkeit man als Reinigungskraft, wenn es nach Oma 80 ginge, im Notfall auch mit dem Leben gerade zu stehen hatte, in einem derart unzumutbaren Zustand zu hinterlassen. Und sich das auch noch bezahlen zu lassen.


Jetzt hatte Oma 80 sich richtiggehend hochgeschaukelt. Einerseits in ihrer Wut auf die Putzfrauenschlampe, andererseits aber auch mit der Hollywood-Schaukelage. Diese allerdings im abgesicherten Modus befindlich, um unplanmäßige Raum- und/oder Zeitreisen zu vermeiden.


„Die ruf' ich jetzt an…“

Per Gedankenwahlsystem (ThoughtMacher® 20142 ULTRA-LANN®) wählte Oma 80 die Nummer, die sie schon seit Jahren nicht mehr hatte wählen müssen:


1-2-3-4-5…tut…tut…„Ja, bitte ?“
„Wer ist da ?“, will Oma 80 wissen, weil das hatte die Frau ja nicht gesagt, als sie rangegangen war.
„Entschuldigen sie bitte, aber ich denke nicht, dass ich ihnen eine Auskunft schuldig bin. Auf Wiederhören !“
–klick-
Oma 80 versuchte es noch mal.
1-2-3-4-6…tut…tut…tut…„Hundebadeanstalt Neu-Mutantenburg ? Wie kann ich…“ –klick-
„Scheiße….“.
1-2-3-4-5…tut…tut…tut…tuuut…„Ja, bitte ?“
„Wer ist da ?“
„Ich könnte mich nicht erinnern, mich an sie zu erinnern. Bitte rufen sie nie wieder an.“ –klick-



Um die Sache abzukürzen: weder die extrem willensstarke Oma 80, noch die Frau am anderen Ende der Leitung waren bereit, auch nur einen Millimöter von ihrer Position abzurücken. Das lief dann im Endeffekt darauf hinaus, dass die Putzfrau von Oma 80 ihrem Anwalt zu hören bekam. Der machte dann einen Termin zum Kaffee mit ihr aus und gut war's.


'Morgen um drei im Café-é-é-é Zentr-Aal, Tisch elf, Passwort U-Schleuder-Trauma. Treffen mit Zielperson.'


Das stand zumindest auf dem Zettel, den der Anwalt dann beim Inhuman Butt-Hühnchen abgegeben hatte, während Oma 80 gerade oben in der Moshus-Nische gewesen war. Sollte wohl witzig gewesen sein. Aber sowas fand Oma 80 gar nicht witzig. Nein. Darüber konnte sie nicht lachen. NIEMALS !


War aber auch egal, denn schließlich ging es ausschließlich um den Termin, und den hatte sie bekommen, wenn auch über Umwege. Die Praktiken ihres Anwalts waren Oma 80 trotzdem nicht ganz geheuer.


Die Gefühle, die Oma 80 in diesem Moment durchströmten, waren alles andere als merkwürdig. Es war grob gesagt eine Mischung aus Mordlust und Hunger, aus Brechreiz, Reizhusten und Leberpastete, aber mit einem Schuss Lappenartigkeit. Sie kannte die meisten dieser Gefühle noch sehr gut aus früheren Zeiten, als auch ihre Hormone noch bei jedem nichtigen Anlass höher schwappten und über den Rand glotterten, was sich meistens in mannigfaltigen Prügelszenarien manifestierte. Tja, nur diese leichte Lappenartigkeit, die war neu.


Wie dem auch sein mochte, sie wusste, dass das morgige Treffen mit der Putz-Alden in jeglicher Hinsicht ein Genuss werden würde, denn erstens gab es dort im Café-é-é-é Zentr-Aal äußerst leckeres Gebäck, und zweitens würde sie der Tussi mal so richtig die Leviten lesen. Vor versammelter Mannschaft.


Mit einem Lächeln auf dem Gesicht und einem Schatten auf der Seele entschlummerte Oma 80 wie ein Engel, der lange in der Frittenbude aufgehalten worden war und dementsprechend schnell los wollte. Zu ihren Füßen wie immer ihr treuester Scherge, das Inhuman Butt-Hühnchen.

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Dem Inhuman Butt-Hühnchen war ein wenig kühl. Es holte sich eine weitere Decke aus dem Nebenraum, und zwar eine von denen mit dem Ottermuster und dem Kamelsackhaarsaum. Das waren schon immer des Inhuman Butt-Hühnchens Lieblingdecken gewesen. Man darf aber natürlich nicht außer Acht lassen, dass das Inhuman Butt-Hühnchen auch schon immer scheißendämlich gewesen war. Soviel dazu…


Oma 80 hatte sich jedenfalls vorsichtshalber den Wecker gestellt, denn sie wollte ja das Treffen mit der Putzfrau nicht verpassen. Gerade, wenn man derart narkoleptisch veranlagt ist wie Oma 80, kommt es auf ein gutes Zeitmanagement an. Doch mit der Zeit hatte sie gelernt, mit der Zeit umzugehen.


Um Punkt 1500 materialisierte Oma 80 sich im Café-é-é-é Zentr-Aal. Nur, um nicht großartig aufzufallen. Die Putzfrau war aber noch nicht dort. Das machte Oma 80 ganz schön sauer.


Sie hatte sich im Vorfeld ein paar Notizen gemacht, die sie jetzt kurz noch einmal durchging. Dabei fiel ihr auf, dass sie in all den Jahren nie gewusst hatte, wie die Alde überhaupt hieß. Wurde noch notiert.


„Hmmmmm…“, entfleuchte es Oma 80. Aus dem Mund. „Die Frau nimmt sich ja echt was raus. Welch Infamität !!!“


Es waren bereits einige Zeiteinheiten verstrichen, seit es das letzte mal drei Uhr gewesen war. Oma 80 fand das dermaßen zum Kotzen, dass sie kotzen ging. Nicht ohne anschließend das Raumspray zu benutzen, verließ sie das Damen-WC wieder in Richtung Tisch. Dort wartete mittlerweile ihr Spritzen-Gebäck, das sie sich zuvor noch in aller Eile auf dem Weg zum Klo direkt beim Kellner, der gerade Pause machen und 'ne Kippe rauchen wollte, wie er es jeden Tag um diese Uhrzeit tat, bestellt hatte. Jedoch immer noch nicht die Putz-Ulle.


„Ich kenne diese Frau jetzt schon seit Jahren kaum, aber so hab ich das ja nun auch wieder nicht gewollt.“, sagte Oma 80 zu ihrer Handtasche. Denn in selbiger rang das Inhuman Butt-Hühnchen nach Luft. Haustiere jeglicher Art waren nun einmal verboten in diesem Familien-Restaurant. Oma 80 wollte aber ja, wie gesagt, nicht allzu viel Wind um ihre Person machen, deshalb der geile Trick mit der Tasche. Nur hatte sie offensichtlich vergessen, dass sie einen Passagier von der Art beförderte, der, so beknackt er auch war, doch bitte schön wenigstens ein kleines bisschen Luft zum Überleben brauchte. Oma 80 öffnete den Scheißverschluß ihrer Tasche ein wenig, so dass das Inhuman Butt-Hühnchen den Schnabel in bester Schnorcheletten-Manier nach außerhalb der Tasche schieben konnte. Das tat ihm sichtlich gut.


Und plötzlich geschah das Wunder: die Putztussi stand im Türrahmen. Er bestand aus Fichtenholz, soweit Oma 80 das aus knapp über 28 Metern Entfernung beurteilen konnte.


Die Putzfrau war nicht in Arbeitskleidung gekommen, hatte aber trotzdem Gummihandschuhe dabei. Oma 80 hatte beobachten können, wie sie die Handschuhe beim Reinkommen auszog und in die höchstwahrscheinlich eigens dafür mitgebrachte Tasche steckte. Aufgrund der schlechten Lichtverhältnisse und der noch zu großen Entfernung zum Zielobjekt war Oma 80 aber ein entscheidendes Detail entgangen: die Handschuhe waren knallgelb.


Nun trat die Frau vor den Tisch. Dabei tat sie sich am Zeh weh, weshalb sie erst einmal ein bisschen im Kreis hüpfte und "Aua, aua !" sagte. Mit frittiger Stimme ließ sie dann verlauten: „Tach !“
„Tach !“, sagte Oma 80 daraufhin.
Es schien also spannend zu werden.


„Sie sind also zu spät, was ?“, kam Oma 80 gleich zur Sache. „Das will ich nich' haben. Noch eine so'ne Nummer, und du fliegst achtkantig ! GECHECKT ?“

„Äh, ja. Es tut mich wirklich fürchterlisch leid. Bitte schlagen sie mir nich'.“
„Geht klar,“, ging Oma 80 scheinbar auf die Frau ein, „aber nur unter einer Bedingung.“
„Welchne ?“, piepste die Frau kleinlaut.
„Du wirst mir sofort deinen Namen sagen, deinen RICHTIGEN Namen.“
„Aber…“ Weiter kam sie nicht. Oma 80 war ihr schon direkt in die Fresse gejumpt. Füße voraus.

„Was sagst du jetzt, du Tussi ? Krieg' ich jetzt 'ne Antwort ? Oder muss ich dir erst zeigen, wie das Wisent wieselt ?“ Oma 80 schäumte vor Wut. Wie blöd. Zu recht.

Mit komplett zersmashter Kauleiste und blutender, in Fetzen hängender Zunge versuchte die sich am Boden wälzende Putze krampfhaft, die, wie sie langsam zu realisieren begann, für ihr weiteres Überleben absolut essentiellen entscheidenden Worte über die kaum noch als solche zu erkennenden Lippen zu bringen:

„Petrela…-sabber-, -rotz-,…Petrela vam de Milzbürstimger…-seiber-…“


„Petrela van de Milzbürstinger, aha, aha.“ Oma 80 ließ sich den Namen auf ihrer im Gegensatz zu Petrelas Sabberlappen intakten Zunge zergehen. „Na also, geht doch….dann können wir ja jetzt reden.“

Oma 80 hatte gesprochen und sich wieder hingesetzt. Petrela sammelte gerade noch einige geborstene Fragmente ihres Unterkiefers und ihrer Zahnreihen auf. Der Kellner hatte mittlerweile aufgeraucht und Petrela großzügigerweise seine Handeule zur Verfügung gestellt. Oma 80 konnte das im Moment auch billigen, schließlich musste sie sich ja auch mal um das leckere Spritzen-Gebäck kümmern.

„…-mümmel-…“


Nachdem Petrela die Blutung in ihrem 'Gesicht' unter Zuhilfenahme einiger benutzter Servietten und vollgerotzter Taschentücher aus dem Mülleimer im Hinterhof des Restaurants einigermaßen in den Griff bekommen hatte, ergriff Oma 80 wieder das Wort.

„Also, was das für'ne Scheiße mit dem Labor. War ich letztens da gewesen, und da sah's aus wie Sau. Wofür bezahle ich dich, Petrela ?“


Diese Frage war nicht rhetorisch gemeint. Zum Glück für ihren Restkörper hatte das auch Petrela gerallt.
„Für'm Reimemachem.“
„Richtig.“

Oma 80 war beeindruckt. „Wenn du das gepeilt hast, wieso machst du das denn nicht ?“


„…-schmuchz-…ich kamm mix dafür…..-schmief-….“

Oma 80 war gerade dabei, zu ihrem weltbekannten Tötungsfausthieb namens 'Rigoletium specialis' (einer ihrer Lieblingsmoves) anzusetzen, als plötzlich mit lautem Getöse Petrelas Tasche aufplatzte. Heraus sprangen zwei von diesen, ääähm, ja, Gummi-Handschuhen. Und sie waren gelb.


Sichtlich überrascht machte Oma 80 einen Satz nach hinten, wobei sie sich an einer von der Decke baumelnden Lampe den Hinterkopf anstieß. So langsam nahmen auch die nicht besonders zahlreichen Gäste Anstoß an der Sache. Das mit dem Sprung in die Fresse war ja okay gewesen, aber so 'ne Handschuh-Ättäck wollten die dann auch nicht haben. Ergo: Panik auf der Titanik, Gewusel UND Schierschandudel.


Petrela war von der Wucht der gewaltsam von innen nach außen heraus ausgeführten Öffnung der Tasche nach hinten übergekippt. Ein leichterer Genickbruch war die Folge. Leichterer deshalb, weil Petrela seitdem in Fachkreisen als medizinisches Wunder angesehen wird, denn weder trug sie irgendwelchen erkennbaren Schaden aus der Genickbruch-Nummer davon (abgesehen vom offensichtlich gebrochenen Genick), noch bemerkte sie überhaupt, dass ein normalerweise extrem wichtiges Glied in der Physiognomie eines Menschen bei ihr mit sofortiger Wirkung den Dienst quittiert hatte. Sie stand also stumpf wieder auf. Was sie sah, ließ sie innerlich erbeben.


Die Handschuhe, die aus ihrer Tasche herausgeplatzt gekommen waren, waren drauf und dran, Oma 80 den Hahn abzudrehen. Den Sauerstoffhahn quasi. Per Würgegriff. Sie glotzten gierig und blutrünstig aus ihren kleinen, ekeligen Schimmelaugen, geifernd nach Leid und Schmerz.


Petrela wusste nicht recht, was sie davon halten sollte. Irgendwie gefiel es ihr zu sehen, wie jemand zu Schaden kam. Aber irgendwie auch nicht, denn sie hatte ununterbrochen das Gefühl, heulen zu müssen. Diese innere Zerrissenheit manifestierte sich bei Petrela in äußerst ungewöhnlicher Art und Weise. Sie schnappte sich ein Schälchen kräftig gesalzener Pferdenüsse von der Bar und begann, sie zu essen. Was es bedeutet, Salz auf offene Wunden zu tun, brauche ich wohl nicht weiter auszuführen.


Als Petrela bemerkte, wie hart ihre Fresse auf einmal wieder schmerzte, war es schon zu spät. Um den Schmerz zu lindern, sprang sie kopfüber in das Becken mit dem Meeresgetier, aus dem immer die Hummer rausgenommen wurden, wenn ihr finaler Auftritt nahte. Was Petrela aber augenscheinlich in dem Moment vergessen haben musste, war die Tatsache, dass auch das Wasser in besagtem Becken hammersalzig gewesen war. Schöner Scheiß !


Oma 80 kämpfte um ihr Leben. Mal lag sie unten, mal die Handschuhe. Es war ein harter, aber leicht unfairer Kampf. Schließlich waren die Handschuhe zu zweit. Und rutschfest. UND rutschfest.


Eigentlich hatte Oma 80 keine großen Probleme, mit den Handschuhen fertig zu werden. Allerdings hatten diese ebenso wenige Probleme damit, mit Oma 80 fertig zu werden. Will sagen: keine Partei kam so richtig mit der Durchsetzung des eigenen Plans voran, der anderen Partei die Wurst vom Teller zu lutschen. Remis, wie der Chinese sagt.

Da kam Oma 80 die zündende Idee. Das verkackte Inhuman Butt-Hühnchen. Nur musste sie dem bescheuerten Vieh irgendwie die Tasche aufmachen, die Pissnelke kriegte ja nicht mal das alleine hin.

Zum Glück hatte Oma 80 in den letzten Jahren auf den regelmäßigen Besuch des Nagelstudios verzichtet. So kam es, dass ihre Fußnägel über die Zeit immer mehr Greiffunktion übernehmen und immer höhere Hubleistungen erzielen konnten. Oma 80 entledigte sich also ihrer Kampfstiefel (waren eh vollgeblutet nach dem Sprung in Petrelas Kauleiste) und rollte die Nägel aus. Am längsten war der Nagel vom Ringzeh am linken Fuß. Mit genau diesem hakte Oma 80 dann extrem routiniert im Scheißverschlußzipfel ein und zog die Tasche auf, die das Wesen enthielt, das nun alles in der Hand hielt, einerseits den eigenen mickrigen Penis, andererseits aber auch die weitere Zukunft der Oma 80: das Inhuman Butt-Hühnchen.


Oma 80 wurde schwächer. „Machet, Litti !“, brüllte sie. Die artistische Einlage von eben hatte Kraft gekostet.


Mit dem Eingreifen des Inhuman Butt-Hühnchens verschob sich das Kräfteverhältnis nun aber doch wieder eindeutig zugunsten des Oma 80-Teams. Denn nicht nur, dass das Inhuman Butt-Hühnchen total hohl im Kopf war, es war auch Braungurtträger des in diesen Teilen der Galaxis heutzutage wenig verbreiteten Mötertransistor-Styles. Zu diesem Style gehörte unter anderem auch der rituelle Eröffnungsangriff auf die Milz des Gegners. Das Inhuman Butt-Hühnchen, rasend, aber noch nicht im Bilde, stürzte sich wie von der sulpoatischen Kötertarantel gestochen auf das erste sich ihm bietende Ziel. In diesem Falle Petrela, die also noch nicht ganz durch war für heute. Der Schnabel des Inhuman Butt-Hühnchens bohrte sich tief in die aufschreiende Milz der Putzfrau. „Aua.“, sagte Petrela sofort.


„Hier !“, jodelte Oma 80. Das Inhuman Butt-Hühnchen checkte das und ließ von Petrela ab. Sie fiel in sich zusammen, als wäre sie tot gewesen. War sie aber nicht.


Das Inhuman Butt-Hühnchen drehte sich wie ein Schraube in Richtung des Geschehens. Mit fischmesserscharfem Blick erblickte das im Augenblick kaum durchblickende Inhuman Butt-Hühnchen, was es da halt zu erblicken gab. Oma 80 in der Defense, zwei gelbe Dinger, die dem Inhuman Butt-Hühnchen irgendwie bekannt vorkamen, und, nicht zuletzt, ein Stück von Petrelas Milz, das sich in seinem Schnabel verfangen hatte.


Schnell das Milzfragment weggesnackt und hin. Mit einem Affenzahn raste das Inhuman Butt-Hühnchen geradewegs auf die tückischen Handschuhe zu. Diesen Affenzahn hatte das Inhuman Butt-Hühnchen schon seit der zweiten Klasse immer in der Tasche. Als eine Art Talisman. Es hatte ihn in Mtobmngboto aus einem Kaugummiautomaten gezogen, als es mit Oma 80 dort im Urlaub gewesen war.


Wütend hackte und pickte das Inhuman Butt-Hühnchen auf die Handschuhe ein. Endlich war es mal wieder an ihm, die Welt vor Schaden zu beschützen und ganz nebenbei zur Abwechslung mal ein paar Pluspunkte bei Oma 80 einzuheimsen.


Die Handschuhe gaben merkwürdige Quitsch-Geräusche von sich. Die Augen weit aufgerissen, schmerzverzerrt. Das hatten sie jetzt davon.


Einer der Handschuhe ließ von Oma 80 ab, wohl, um sich selbst in Sicherheit zu bringen. Verständlich, bei der Schlagzahl, die das Inhuman Butt-Hühnchen hier vom Stapel ließ. Ist recht, Herr Specht.


Der zweite Handschuh war immer noch an Oma 80s Hals geklammert, nicht bereit, einen Kompromiss einzugehen. Er schien regelrecht vor Hass zu vibrieren. Vielleicht hat er aber auch nur gefroren, es war recht kalt hier in dem Laden.


Doch auch Oma 80 kam langsam wieder ins Spiel. „Nur noch ein Handschuh ? Das geht klar !“, stieß sie hervor. Das hatte Bunny früher schon immer gesagt.
Mit einer grandiosen Links-Rechts-Oben-Unten-Kombination direkt auf die Naht machte Oma 80 dann alles klar. Der Handschuh lag bewusstlos am Boden.


„Schnapp' dir den anderen Pisser !“, rief Oma 80. Das Inhuman Butt-Hühnchen verstand und ging ran. Der Handschuh war schon auf dem Weg die Treppe runter, zu den Toiletten. Das Inhuman Butt-Hühnchen musste sich beeilen. Aus vollem Lauf sprang es auf das Geländer und rutsche, was das Zeug hielt. Das konnte der doofe Handschuh natürlich nicht, weil war ja rutschfest. Raumgewinn für das Inhuman Butt-Hühnchen.


Aber leider war der Handschuh in diesem Falle einfach zu schnell unterwegs gewesen. Das Inhuman Butt-Hühnchen auch; es donnerte mit einer nicht unerheblichen Anzahl von Kilomötern pro Stunde in die Wand, die dummerweise genau da stehen mußte, wo sie stand, nämlich im Weg. Das letzte, was das Inhuman Butt-Hühnchen sah, bevor es das Bewusstsein verlor, war ein gelber Gummihandschuh, so einer, wie Raumpflegepersonal sie zu nutzen pflegte. Dieser hier war gerade dabei gewesen, sich selber das Klo runterzuspülen. Auf Wiedersehen. Schwarz.


Oma 80 hielt den bewusstlosen Handschuh im Würgegriff, als sie wenige Sekunden später in die Toilette gestürmt kam. „Verdammt, er ist weg. Kackmist.“ Der Spülkasten lief wieder voll.


Manchmal ist Oma 80 aber auch ein bißchen doof. Lässt sie doch einfach die Putztante alleine.


Die war dann natürlich auch weg, als Oma 80 wieder ins Restaurant gestürmt kam. „Kacke aber auch !“, jodelte Oma 80, „KACKE !“


Kacke, aber echt. Naja, den einen Handschuh hatten die beiden ja fitgemacht. Von daher ging's einigermaßen.
Aber von einer übermenschlichen Tat, die man ja von Oma 80 standardmäßig erwartet hätte, konnte man hier auch nicht gerade reden.

Scheiß Penner, ey !
Hier sehen wir den fiesen Handschuh, wie er sich via Schüssel vom Acker macht. Aufgenommen von einer handelsüblichen und durchaus nützlichen Ceramik-Cam®, die WC-Shots von ungeahnter Qualität abzuliefern vermag.

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„Ein schäbiger Handschuh. Ich fasse es nicht.“, sagte Oma 80 wieder daheim. Das reanimierte Inhuman Butt-Hühnchen kommentierte das auf seine Weise: „..,-fädychysdäsmoontgsischtt !“

Was auch immer man von dieser Ausdrucksweise halten mochte, es war was dran. Trotzdem holte Oma 80 blitzschnell aus und traf das Inhuman Butt-Hühnchen dort, wo es ihm am meisten weh tat: am Sack.

Das Inhuman Butt-Hühnchen verkniff sich jedoch die Schmerzensschreie, denn es wusste, es hatte es schon wieder zu weit getrieben.


Der Handschuh, den die beiden bei dem Kaffeekränzchen mit der Putzfrau Petrela, wie die alte Kuh wohl hieß, dingfest machen konnten, lag regungslos und gefesselt auf dem Kaminsims. Direkt daneben stand eine Urne. Das sollte den Handschuh einschüchtern, wenn er aufwachte.


Der Handschuh wachte auf. Er war sichtlich eingeschüchtert von der Urne.


Seine Bemühungen freizukommen waren vergeblich. So sehr er sich auch wand und wrung, den extremen Fesselungskünsten der Oma 80 hatte bisher noch niemand etwas entgegenzusetzen gehabt.


„Soso,“, sagte Oma 80 verheißungsvoll, „du bist also ein gelber Gummihandschuh…“

Der Handschuh war verdutzt. Er hatte jetzt nicht mit einer solchen Scharfsinningkeit gerechnet. Er begann trotz Baumwollfütterung zu schwitzen.


„Du kleines Stück Scheise, ich sollte dich sofort pulverisieren und…“, sie machte eine Pause, „…durch den Milzwolf drehen. Ist dir das klar ?“

Oma 80 sprach langsam und bedacht. Auch eindringlich. Der Handschuh verstand und brach sein Schweigen.
„Bitte tut mir nichts. Ich bin ganz lieb.“

Das war nicht direkt das, was Oma 80 erwartet hatte.
Der Handschuh sprach weiter:
„Ich gehöre dem alten Geschlecht der pomelpsianischen Frittensauger an. Genau genommen bin ich nur einer ihrer Diener….“

Er begann zu schluchzen. „Mein Name ist Sudelnulpius.“

Oma 80 hetzte das Inhuman Butt-Hühnchen auf den Handschuh. Auf dass es ihm zeigen sollte, wo die Bürste hängt.

„Aaahh, nein, bitte nicht !!! TUT MIR NICHTS !!! Ich erzähle alles !“
„Ach so.“ Sie wedelte mit der Hand. Das sollte dem Inhuman Butt-Hühnchen signalisieren, die Attacke abzubrechen. Es gehorchte.
„Danke,“, stammelte Sudelnulpius, „…ihr werdet es nicht bereuen, mich verschont zu haben.“

„Da sei dir man nicht so sicher, mein Libber !“, entgegnete Oma 80 kühl und verließ den Raum. Das Inhuman Butt-Hühnchen fauchte den Handschuh noch einmal an, während es kurz hinter Oma 80 die Tür zum Flur durchschritt. Sudelnulpius, der Handschuh, hatte ganz dolle Angst.

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Alles, was Oma 80 einfiel, war folgendes: „Verdammt !“


Das war zugegebenermaßen recht wenig, verglichen mit dem Mist, den sie hier gebaut hatten.
Sie ärgerte sich völlig zurecht maßlos nicht nur über die Tatsache, dass sie den doch ziemlich flinken zweiten Handschuh hatten entkommen lassen. Nein. Auch Petrela, die alte Kuh, war ihnen entfleucht.
Oma 80 war aber dennoch nicht in der Stimmung, dem Inhuman Butt-Hühnchen deswegen die Hölle heiß zu machen, denn man war ja nicht mit gänzlich leeren Händen zurückgekehrt. Stattdessen gab es ihm den Auftrag, mal wieder etwas leckeres zu kochen.


Auf dem Speiseplan stand heute Rohkost. Deswegen machte sich das Inhuman Butt-Hühnchen auf den Weg in den nahegelegenen Wald, welche zu besorgen. Es dachte an rohen Roh-Reh-N-Tier-Rücken an Wemsenkrautwurzelspliss, wollte aber mal schauen, was sich so ergab.


Derweil war Oma 80 am Brüten. Und zwar über ihren weiteren Plänen bezüglich der Lösung der allgegenwärtigen Probleme mit dem Rillenkäse-Män und dieser ganzen Putzfrau-Scheiße. Bestanden da Zusammenhänge ? Hatten wir es hier gar mit einer Art Rillenkäse-Putzfrauen-Handschuh-Allianz (diesen Namen hatte sie sich gerade ausgedacht) zu tun ? Was war hier eigentlich los ?


Sie beschloss in ihrer endlosen Spontanität, sich erstmal wieder diesem Sudelnulpius zu widmen, diesem merkwürdigen Handschuhwesen, das seit einer Viertelstunde gefesselt auf ihrem Kaminsims lag. Seine unterwürfige Art kam ihr doch sehr spanisch oder zumindest pornogiesisch vor. Doch vielleicht war er ja in der Lage, etwas Licht ins Dunkel dieser kürzlich stattgefunden habenden (mäßig) äh Sachen zu bringen.


Oma 80 betrat den Raum, der den Kaminsims enthielt, mit einer Art Vorrichtung. Diese sollte dazu dienen, Sudelnulpius auf Herz und Nieren zu überprüfen und bestehende Verhältnisse entweder zu untermauern oder eben nicht.


Sie stopfte diesen Hochleistungs-Haartrockner, den sie ja eh seit Jahren u.a. wegen der akuten Brandgefahr im Falle eines Falles nicht mehr benutzt hatte, direkt und ohne Umschweife in die einzige sich bietende Öffnung im Körper des Handschuhwesens.


Sudelnulpius wehrte sich kaum, was aber auch daran gelegen haben könnte, dass er gefesselt war. Er stieß jedoch äußerst merkwürdige Seierlaute aus, die ich hier so nicht wiedergeben kann und will.
„So, mein Freundchen, jetzt reden wir mal Tacheles.“, ließ Oma 80 hören. Der Handschuh gab weiterhin komische Geräusche von sich, ohne sich von ihr beeindrucken zu lassen. Das beeindruckte Oma 80 wiederum ein wenig. Vor wenigen Minuten wollte er noch alles erzählen, jetzt stellte er sich dumm, ignorierte sie einfach.

Da es nicht Oma 80s Art war, Leute straffrei ein zweites Mal zu etwas aufzufordern, drückte sie ohne zu zögern einen Knopf, der den Fön angehen ließ. Gleich auf volle Pulle, versteht sich. Kein halber Scheiß, logen.


Supelnulius blähte sichtlich auf, die Fesseln schnürten ihm das kurz vor dem Schmelzen stehende Gummi ab. War aber nichts als heiße Luft, denn von seinem Gebrabbel ließ er sich nicht abbringen. Und auch Oma 80 beachtete er wenig bis nicht.


Oma 80 wurde langsam sauer. „So'n Scheiß !“, hörte sie sich selber sagen.
Supelnulpius' Gummihaut begann, größere Blasen aufzuwerfen. Nichtsdestotrotz seierte er weiter monoton vor sich hin. Das konnte doch nicht wahr sein.


Oma 80 beschloss, entgegen ihrer Überzeugung gnädig zu sein und den Fön auszumachen. Das hätte sie sich zwar im Leben nicht vorgestellt, aber dieser Fall war einfach zu wichtig, zu groß, um leichtfertig oder nur so zum Spaß das einzige, was man in der Hand hatte, aufs Spiel zu setzen. Die Vernunft siegte in diesem Falle, das kann man sicherlich so sagen.


Wer definitiv nicht gesiegt hatte, war Sudelnulpius. Er sah schlimm aus. Noch schlimmer fand Oma 80 aber dieses nicht enden wollende Genöle. Um dem ganzen ein vorläufiges Ende zu setzen, betäubte sie das Handschuh-Wesen, indem sie eine Art schall- und luftdichte Käseglocke über ihn drüber stülpte. Das war zwar wenig human und dauerte auch, aber so konnte sie wenigstens noch ein wenig zuschauen, wie Sudelnulpius sich ins anaerobe Koma winselte.

Wenige Zeit später kam das Inhuman Butt-Hühnchen aus dem Wald zurück. Es hatte etwas leckeres gefunden. Zwar doch nicht direkt Rohkost, aber trotzdem zu schmackhaft, um es im Forst (noch weiter) vergammeln zu lassen. Um Oma 80 nicht allzu lange auf die Folter zu spannen, begann es sogleich mit der Zubereitung der schwammigen Masse, die es taschenweise von einer kleinen Lichtung mitgebracht hatte.

Wie man sich ohne weiteres denken kann, handelte es sich hierbei um den sogenannten „Köterschaum“, eine spongiöse, hybride Pilzart mit tierischen, speziell hundeähnlichen DNÜ-Anteilen. Nicht, dass das allein schon etwas besonderes wäre. Die wirklich erwähnenswerte Eigenschaft des Köterschaums, die ihn sowohl einzigartig selten und übel müffelnd als auch wahnsinnig schmackhaft machte, war der ständig stattfindende Verrottungsprozess im innersten Kern des Hauptschwammes. Die Abfallprodukte dieses Verrottungsprozesses bewirkten, dass sich beim Verzehr des Köterschaums ein leicht minziger Geschmack und auch Geruch bemerkbar machte. Diese minzige Note war das, wonach sich alle Gourmets der Welt die Finger leckten. Und das Inhuman Butt-Hühnchen findet den Rotz einfach im Wald. Tststs.


Oma 80 war mehr als positiv überrascht gewesen, als das Festmahl seinen Gang genommen hatte. Damit hatte sie nun wirklich nicht gerechnet gehabt. Außerdem war noch genug da, um die Tage nochmal reinhauen zu können. Toll. Ein tolles Ding. „Toll !“, sagte Oma 80 zum Inhuman Butt-Hühnchen. Dieses fand es sichtlich toll, dass Oma 80 das Essen toll fand.

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Wo man doch so toll gegessen hatte, wollte man sich den weiteren Abend gewiss nicht von irgendwelchen daherverschleppten blutblasigen Handschuh-Heinis verderben lassen. Man legte die Beine (u.ä.) hoch und ließ Sudelnulpius Sudelnulpius und die ganzen anderen Wichser die ganzen anderen Wichser sein. Nur das beste Team der Welt und eine entspannte Partie Aaldrücken. Warum konnte das nicht immer so sein ? Wieso immer dieser ganze Stress ?

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Man war am Vorabend doch glatt über den Aalen eingeschlafen. Das Inhuman Butt-Hühnchen kochte Kaffee südasiartiger Herkunft, während Oma 80 mal pissen ging. Das tat sie zwar selten, aber wenn, dann auch richtig.


Am Frühstückstisch las das Inhuman Butt-Hühnchen Oma 80 den News-Tacker vor. Takaharald hatte wieder mal nicht getroffen. Das Frühstück war ansonsten eher scheiße, das gab Ärger und Schläge. Aber das Inhuman Butt-Hühnchen war ja einiges gewohnt.


Noch mit einem Rest Kaffee im Becher betrat Oma 80 dann widerwillig den Raum, in dem Sudelnulpius herum löffelte. Er lag nach wie vor regunglos unter der Glocke, die Oma 80 eigens zu diesem Zweck dort hin getan hatte. Sie hatte eigentlich keinen Bock, mit ihm zu sprechen, denn sie fand ihn doof. Aber es musste wohl sein. Sie lüftete die Art Dunsthaube.


Es dauerte einige Minutenbruchteile, bis das Wesen erste vorsichtige Regungen zeigte. Oma 80 jodelte, sensibel wie sie war, wie wild, wobei sie anscheinend völlig unkontrolliert mit einem Stahlbetonrohr auf der Dunstglocke herumknüppelte: „DING DONG !!! VIERTEL VOR NESQUIK !!! ZEIT ZUM UMRÜHREN !!!“

Mit gesteigerter Lautstärke setzte sie nach: „LOS, DU LAPPEN, SIEH MAL ZU, DASS DU MIR WAS ERZÄHLST, SONST MACH' ICH GUMMIKOTZE AUS DIR !!!“


Das zeigte Wirkung. Sudelnulpius hob den kleinen Finger, wohl, um Kooperationswillen zu signalisieren. Er hüstelte. Dann hüstelte er.


In diesem Moment, ausgerechnet, sagte eine Stimme in Oma 80s Ohr irgendwas von einer einkommenden Transmission. Musste Com-Knöpfchen sein. Oma 80 schaltete sofort, und zwar auf 'EIN'. Sie meldete sich: „Hallo ? Oma 80 am Apparat.“

Die Stimme am anderen Ende der Leitung sagte nichts, weswegen Oma 80 die Stimme auch nicht sofort erkannte. „Hallo ? Wer ist denn dort ?“

Dann eine Antwort, die Oma 80 nicht erzittern ließ: „Ja. Tach, Pedersen, Gas, Wasser, Scheiße. Mir ist zu Ohren gekommen, dass ihre Heizung leckt. Ist da was dran ?“

Oma 80 war zunächst leicht irritiert, reagierte dann aber wie ein echter Profi eben zu reagieren hatte: „Nein, danke, wir haben schon. Auf Wiederhören.“ Oma 80 legte auf.


Dass die auch immer im falschen Moment anrufen müssen, dachte sich Oma 80 so. Natürlich leckte ihre Heizung, aber wer soll denn heutzutage noch in der Lage sein, ordentliche Handwerker zu bezahlen ? „Pfff...“


Gut war, dass Sudelnulpius jetzt genügend Zeit gehabt hatte, halbwegs klarzukommen. Er wartete bereits mit offenem Mund darauf, dass Oma 80 sich ihm zuwendete. Sie wandte sich ihm zu. Sudelnulpius sprach.

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„Ich werde alles erzählen, ich verspreche es. Ich packe aus !“, winselte der nicht gerade entfesselt wirkende Handschuhmann. „DENN LASS MAL HÖREN !“, jodelte Oma 80 in ohrenbetäubender Lautstärke. Sudelnulpius zuckte zusammen. Er hatte sich seelisch zwar weitgehend von der gestrigen Fön-Misshandlung erholt, doch die Angst vor noch größerem körperlichen Schaden stand ihm ohne Frage zwischen die Finger geschrieben. Die Brandwunden waren einfach nicht zu übersehen.

„Ich dachte,“, begann Sudelnulpius, „ich wäre in der Lage, die größten Schmerzen auf mich zu nehmen, um mein Volk zu befreien. Doch dem ist nicht so. Ich bin ein Feigling. Ihr seid zu stark. ALLE SIND ZU STARK !“

Er fing fürchterlich an zu heulen. Oma 80 war das ziemlich egal. Sie deutete mit einer kaum wahrnehmbaren Geste auf ihren Haartrockner. Das war dem Viech Anlass genug, sich wieder zusammenzureißen.

Unter leichtem Tränenfluss fuhr Sudelnulpius fort: „Also gut. Wie ich bereits erwähnt hatte, bin ich nur ein Diener meiner Herren, der hoheitlichen Frittensauger von Pomelpsia. Meine Familie und mein Volk dienen ihnen seit mehreren hundert Generationen, stets ausgebeutet und schlecht behandelt. Die Angehörigen dieses steinalten Adelsgeschlechts sind in unserer Welt in so gut wie allen Belangen die mit Abstand mächtigste Partei. Sie kontrollieren die Wirtschaft, das Militär, die Politiker, die Polizei, sogar die Müllabfuhr. Niemand macht einen Schritt, ohne dass jemand da oben Wind davon bekommt.“

Oma 80 bemerkte sehr wohl den Tonfall, in dem der Handschuhkasper von seinen Herren sprach. Eigentlich gefiel ihr das gar nicht, denn sie hätte es auch nicht gerne gehabt, wenn ihre Schergen hinter ihrem Rücken so übel über sie hergezogen hätten. Andererseits wäre es ihr aber auch total latten gewesen, sollen die doch labern. Wenn die sonst nix haben, worüber die sich aufregen können. Die kleinen, miesen Penner. „DIESE IDIOTEN !!!!“

Oma 80 hatte sich in Rage gedacht. Um sich Luft zu machen, schallerte sie Sudelnulpius erstmal eine, direkt annen Hals. Klatsch !!!

Sudelnulpius blickte ein wenig verdattert drein, schenkte den Vorfall dann aber doch lieber einfach direkt ab. Er wusste schließlich mittlerweile, mit wem er es hier zu tun hatte. Oma 80 war aber auch schon wieder unten. Sudelnulpius hub wieder an zu sprechen: „Nun ja, äh, jedenfalls haben die Frittensauger seit jeher ein großes Problem, dass sie bis zum heutigen Tage noch nicht in den Griff bekommen haben. Dieses Problem zu lösen ist der Auftrag, der meinem Partner Nudelherpius und mir in eure Welt mitgegeben wurde. Und das ganze ausgestattet mit nichts weiter als ein, zwei speziellen Spezialfähigkeiten und den neuesten technischen Errungenschaften unserer Herren, die zugegebenermaßen teilweise ganz geil sind.“

Das ließ Oma 80 aufhorchen. An neuer Technik war sie schon immer interessiert gewesen. Sie musste unweigerlich daran denken, wie sie damals das erste mal auf der Be-Cit gewesen war. Es war die Zeit, in der die ersten vollautomatischen Geräte zur Erzeugung von Semmelgebröseltem aus handelsüblichen Dalmatiniér-Schrippen auf den Markt gekommen waren. Damals hatte sie noch regelmäßig gekocht. Sie erinnerte sich, wie als wenn es gestern gewesen wäre. Ein Durchsatz von mehreren Dutzend Doggy-Semmeln (wie sie die Dinger immer nannte) pro Minute sprach einerseits für sich, andererseits deutlichst dafür, die Brotreste nicht mehr an die doofen Vögel (Grind-Enten etc.) zu verfüttern, die eh nur immer alles vollgekackt haben. Eine Folge dieser revolutionären Erfindung und dem hieraus resultierenden Umdenken der Bevölkerung war dann gewesen, dass die Weltvogelpopulation so dramatisch schrumpfte, dass in betroffenen Landkreisen Zwangsvogelhochzeiten zur Regel wurden. Die Evolution brauchte einige Zeit, um diesen Schlamassel wieder in den Griff zu kriegen. Das war die Geburtsstunde der Schnabeltasse. Den Rest der Geschichte kennt ihr, ihr wart ja alle in der Schule.

Oma 80 war über ihre Schwelgereien in alten Erinnerungen eingenickt. Wie so oft dauerte ihr Schlaf nur wenige Minuten, aber irgendwie fühlte sie sich enorm erfrischt, als sie wieder aufwachte. Frisch genug, um die Befragung an diesem komischen Wesen fortzuführen: „Du kleine Ratte hast eben was von einem Problem gefaselt, das eure Herren beschäftigt. What is it ?“ Oma 80 wollte endlich wissen, worum es hier eigentlich ging, denn Checkung war definitiv etwas anderes.

„Tja, das Problem.“ Sudelnulpius wurde nachdenklich. Oma 80 ermunterte ihn ein wenig, in die Hufe zu kommen. Ich sage nur 'Fönix aus der Asche'.

„Das Problem sind wir.“, kam Sudelnulpius mit der Sprache heraus.

Oma 80 wollte es genauer wissen: „WIR ?“

„Ja, wir, die Diener der Frittensauger. Jahrtausende lang haben unsere Vorfahren und wir für sie geschuftet, uns für sie aufgeopfert, unseren Arsch für sie hingehalten. WIR !“

Er machte eine kurze Pause, wohl auch, um seinen Suddruck in gesundheitlich verträglichen Regionen zu halten. Oma 80 bohrte in der Nase. Ruhiger, aber auch deutlich verächtlicher, beinahe hasserfüllt, fuhr er fort: „Wir, die von ihren Herren nur abfällig 'Diener' oder 'Handlanger' genannt werden. Und jetzt ? Jetzt sind wir nutzlos. Die Pomelpsianer brauchen uns nicht mehr. Die Technik hat unseren Platz eingenommen. Wir sind überflüssig, verbrauchen angeblich nur unnötig Ressourcen, die uns nicht zustehen. Und als wenn das alles nicht grausam genug wäre, schicken sie UNS, um die Vernichtung unserer eigenen Art einzuleiten.“

Oma 80 war sich nicht sicher, ob sie vollends verstanden hatte, was Sudelnulpius damit sagen wollte. „Äh, ja nee, is' klar. Nee, doch nicht. Warum machen die euch nicht einfach platt ?“

„Nun ja. Ihr Problem liegt darin, dass sie das nicht dürfen. Eine sehr alte und für die Frittensauger essentielle Sage verbietet es ihnen. Es ist die Sage vom Alleszerbrezelnden Turbogrind, den alle Frittensauger fürchten wie nichts anderes.“

Sudelnulpius ließ diese Information für ein paar Sekunden im Raume stehen.

„Diese Sage ist für die Frittensauger so etwas wie ein Dogma, das für immer und ewig zu gelten hat. Verstoßen sie gegen die Regeln der Sage, steht ihnen nach ihrem Glauben unwiederbringlich der Untergang ihrer Zivilisation ins Haus. “

Wieder legte er eine Pause ein.

„Es mag komisch klingen, aber wollen sie uns loswerden, müssen sie dies wohl oder übel auf einem Umweg erreichen. Wir selber sind nun hierher geschickt worden, um diesen Umweg für sie gangbar zu machen. Sie benötigen die Hilfe des Rillenkäse-Mäns, denn nach der Sage darf nur ein Schurke aus einer Welt des Hohlsinns die Diener der Frittensauger auslöschen.“

Tränen standen nun in seinen Augen. Er war emotional gerade nicht allzu prächtig drauf. Oma 80 hingegen ging es eigentlich ganz gut. Sie nutzte die Gelegenheit zu einem kleinen Imbiss.

Als sie wenige Augenknicke später ein Stück Glaukom-Kuchen in sich hineinschlingend aus der Küche zurück ins Kaminzimmer kam, fragte sie vorsichtshalber nochmal nach, nur, um sich nicht vorwerfen lassen zu müssen, dass sie nicht zugehört hätte oder so: „Wie war das im Mittelteil ?“

Sudelnulpius seufzte, schluckte einmal kräftig und brachte den Kummer seines Lebens auf den bitteren Punkt: „Wir sind von unserer Welt hierher geschickt worden, um den Rillenkäse-Män dazu zu bringen, unsere eigene Rasse für alle Zeiten auszulöschen. Bitte helft mir ! Ich kann das nicht tun !!! Ich habe erkannt, dass ich den Saugern widerstehen kann, mich ihrer Kontrolle entziehen kann. Aber ich bin zu schwach, ZU SCHWACH, ihnen alleine entgegenzutreten. Und mein Freund, mein bester Freund, Nudelherpius, steht nach wie vor unter der Kontrolle der Frittensauger. Er ist wie geblendet und kann sich nicht wehren. Nur Ihr könnt uns retten !“

Sudelnulpius brach hemmungslos in Schnotten und Tränen aus.

Oma 80 dachte einen Augenblick über das Gesagte nach. Irgendwie ging es ihr schon recht nahe, andererseits hatte sie aber jetzt auch erst richtig Hunger gekriegt. So ein Snack ist halt keine richtige Mahlzeit. In einem Anflug von Nächstenliebe lockerte sie die Fesseln, die Sudelnulpius' geschundene Gliedmaßen zusammenhielten. „Komm man her, Sudi, wir fressen erstmal was. INHUMAN BUTT-HÜHNCHEN !!!“

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Das Inhuman Butt-Hühnchen hatte seine hellen Momente. Das kann man nicht anders sagen. Sie waren zwar extrem (und wenn ich extrem sage, dann meine ich äh extrem) selten, aber dann auch meistens ganz toll. So wie heute. Denn es hatte direkt nach dem Aufstehen tief aus seinen schleimigen Eingeweiden heraus geahnt, dass es den Tisch an diesem Tage für drei Personen würde decken müssen.

Somit hatte es zum einen Schlägen von Oma 80 vorgebeugt, die es einfach noch nie ausstehen konnte, wenn das Inhuman Butt-Hühnchen ihr nicht all ihre Wünsche schnellstmöglichst von den Fettaugen auf ihrer privaten Klobrille ablas, zum anderen hatte es so nicht auf seine Portion des leckeren Pavianisten-Risotto-Imitats an gegüllten Senfklöten (mit leichter Steißbeinnote) verzichten müssen. Woher diese Eingebung ? Weißt du doch nicht.

Bei Tisch ließ es sich dann wesentlich besser schnacken. Sudelnulpius hatte sich wieder einigermaßen gefangen und machte sogar hin und wieder einen netten Witz, wie zum Beispiel diesen hier: „Was ist der Unterschied zwischen einer Schlup-Schlup und einem Schlap-Schlap ? Es gibt keinen.“

Man muß wohl dabei gewesen sein, um den Joke zu kapieren. So oder so war Sudelnulpius augenscheinlich von der Persönlichkeit der Oma 80 mehr als angetan. Und auch Oma 80 konnte sich in dieser Hinsicht einer gewissen Gegenseitigkeit nicht länger erwehren. Das Inhuman Butt-Hühnchen saß und fraß. Alles in allem war man sich auf einmal überraschend sympathisch.

Sudelnulpius gab zwischen den gierig verschlungenen Bissen seiner Senfklöten-Ration weitere Fakten bekannt, die die Konturen dieses überglobalen Schurkenstückes noch deutlicher werden ließen: „Nudelherpius und ich sind geschickt worden, um hier auf der Erde eurem Erzfeind, dem Rillenkäse-Män, dabei zu helfen, seinen damals durch euer Eingreifen gescheiterten Plan nachträglich zu vollenden.“

So, als ob Sudelnulpius eine Pause zum Kauen einlegen wollen würde, hielt er kurz inne. Es war beinahe offensichtlich, wie schmerzhaft es für ihn sein musste, das zu sagen, was zu sagen er im Begriff war. Dann nahm er einen Bissen.

Oma 80, die ebenfalls gut reinhaute, war nicht wirklich geschockt. Ihr waren in ihrer langen Laufbahn als Allround-Talent schon so manche Völker und besonders deren sogenannte 'Herrscher' oder ähnliches untergekommen, die nicht nur vor nichts zurückschreckten, sondern scheinbar auch noch Spaß an ihren Untaten haben wollten. Das mit dem Spaß nahm sie jedenfalls an, sonst würden diese Frittensauger ja wohl kaum auf die Idee kommen, ausgerechnet Rille mit ins Boot zu holen. Die alte Pappnase.

Mal ganz nebenbei gesagt war Oma 80 ja selber, wenn ich ehrlich sein soll, auch schon immer eine Person gewesen, die ihre Machtposition zu jeder Zeit gnadenlos auskostete und genoss, was sie selber aber nie wirklich so gesehen hat. Vielleicht fehlte ihr auch oftmals einfach ein wenig Abstand zu ihrer Arbeit. Anyway. Das war englisch.

Jedenfalls fuhr Sudelnulpius fort, brav, mit leerem Mund: „Um es auf den Punkt zu bringen: die Frittensauger erhoffen sich durch ihre Hilfe an der globalen Unterwerfung EURES Volkes, dass euer komischer Rillenkäse-Män ihnen im Gegenzug den dreckigen Job des Massenmordes an UNSEREM Volk abnimmt.“

Oma 80 musste prusten. „Ausgerechnet die olle Flachmütze ? Das schlägt dem Fass den Boden aus. Der kann sich doch nicht mal alleine die Schuhe zubinden.“

Während sie noch einige Sekunden mit weit offenem Mund und nach hinten gekipptem Kopf lauthals schallerte, wischte sich das Inhuman Butt-Hühnchen möglichst unauffällig ein dreiviertelzerkautes Risottofragment aus dem Augenwinkel. Selbstverständlich bemerkte Oma 80 dies. Da das Inhuman Butt-Hühnchen aber so lecker gekocht hatte, ließ sie sich ausnahmsweise nichts weiter anmerken. Naja, okay, sie verpasste ihm eine leichtere Schlagkombination auf den hinteren Bereich seines 'Schädels', aber mein Gott.

Sudelnulpius hingegen fand das irgendwie gar nicht witzig. Jedenfalls machte es den Anschein. Denn urplötzlich geschah wieder das, was am Tage zuvor schon so abgenervt hatte: Sudelnulpius sank in sich zusammen und begann erneut, diese beknackten Seierlaute von sich zu geben.

„Sudi, ALTER, was ? Ist ?“, sagte Oma 80, während sie ihn mit einer Gabel ins Auge piekste, wie sie das damals, als es sowas noch gab, mal in dieser einen 'Fernsehsendung' gesehen hatte.

Sudelnulpius zeigte keinerlei Reaktion. Sie piekste nochmal, diesmal doller. Nichts. Nur Geseier und ein leichtes Vibrieren im Bereich des, tja, Handschuhs halt.

Jetzt machte Oma 80 sich doch auch langsam Sorgen, Sudi hatte doch noch gar nicht aufgegessen. Und noch nicht zu Ende erzählt, so'n paar Sachen wären ja noch ganz interessant gewesen. Zum Beispiel, wie Petrela, die mittlerweile zahn- und genicklose Putzfrau, da ins Bild passte. Oder wo sich Nudelherpius, das spiegelverkehrte Gegenstück Sudelnulpius', zu jener Zeit hätte aufhalten können. Alles so Sachen.

Auch das Inhuman Butt-Hühnchen schaute für einen Moment von seinem Teller auf, den es wie gewöhnlich bereits wieder sauber geleckt hatte. Sudelnulpius sah ganz schön übel aus. Dem ging es da auch gerade gar nicht gut. Aber war dem Inhuman Butt-Hühnchen auch egal dann.

Wie dem auch sei, rasant scharfsinnig wie Oma 80 nun einmal war, wurde IHR schlagartig aasklar, wie prekär die Lage in diesem Moment war. Ihre Welt stand wieder einmal vor der totalen Versklavung und Zerstörung, und diesmal hatte der Rillenkäse-Män Unterstützung von Leuten, die offensichtlich weitaus mehr zu tun vermochten, als bislang klar geworden gewesen war.

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Mit einer Bewegung, die nicht runder hätte sein können, sprang Oma 80 aus dem Sitzen in etwa bis fast zwei Zentimeter unter die Decke, und das im Altbau. Dabei vollführte sie nicht nur sowohl einen doppelten Shitberger mit anschliessender Tokui-Kata (genau die, die ihr seinerzeit bei den Ylopmischen Spielen in Kotyo im Jahre Siebzehntausendhunnertirgendwas die plutunsiumfarbene Gullydeckelsammlung eingebracht hatte, watt'n Spaß), sondern sang gleichzeitig die Nationalhymne Libyens, eines Landes, von dem sie mal in einem Kreuzworträtsel über Länder, die irgendwo sind, gelesen hatte.

„Gut...“, werdet ihr jetzt sagen. Und das zu Recht. Doch was hier mit Oma 80 in Wirklichkeit geschah, war etwas völlig anderes als das, wonach es aussah.

Wie wir alle wissen, fallen Dinge (und auch Sachen), die einem Gravitationsfeld wie, jetzt nur mal als Beispiel, dem der Erde ausgesetzt sind, normalerweise einigermaßen schnell wieder hin. Auf den Boden, gelle ? So.

Bei Oma 80 war das nicht immer so. Um präzise zu sein, war es seit genau diesem Moment, in dem sie von ihrem Stuhl aufsprang und sang und herumwirbelte wie ein karatierender Turmspringer-Urvater, nicht mehr immer so. Soll heißen, es war das erste, aber nicht das letzte Mal, das sie, naja, eben nicht sofort wieder runterfiel, zumindest was die Wahrnehmung der Oma 80 anging. Nix kapiert ? Passt auf:

Der Grund hierfür war eine Krankheit, die sie sich viele, viele Jahre zuvor auf einer Mission eingefangen hatte. Wo diese Mission stattfand oder wer daran beteiligt war, darf ich hier nicht verraten, da der Kronzeuge dieses damals recht medienwirksam präsentierten Falles bis zum heutigen Tage friedlich in Miefland, Lowhigho in der Jimbo-Potowski-Allee 39c (zweiter Stock, wenn man hoch kommt die rechte Tür) lebt und seine drei Kinder Moped (5), Schachbrett (7) und Kotelett (84) und auch seine süße, neue Frau Jochen (14/18) unheimlich lieb hat. Bevor da watt passiert...

Um auf die Krankheit zurückzukommen: der Name, der in dieser hier zumeist verwendeten Sprache dem Resultat dieser Krankheit am nächsten kommt, ist Raketenherpes. Den dort ansässigen Originalnamen hier aufzuschreiben, wäre nicht so ohne weiteres möglich, denn er ist in einer Sprache geschrieben, die in hiesigen Fachkreisen gerne scherzhaft als "Natterianisch" bezeichnet wird, aber auch nur, weil den wirklichen Namen keiner aussprechen kann.

Die Symptome dieser seinerzeit im kompletten, mir persönlich bekannten Universum verbreiteten Krankheit waren eigentlich sehr simpler Natur. Ähnlich dem uns wohl allen bekannten und äußerst schmackhaften Herpes simplex labialis und seinen anderen Kumpels, handelte es sich beim Raketenherpes ebenfalls um eine Spiros-Erkrankung.

Das heißt, der Fort- und Ausgang des Krankheitsverlaufs hing in entscheidendem Maße davon ab, ob das befallene Individuum glatte Haare oder Locken hatte UND zusätzlich auch noch davon, ob genügend Tzazizkis in der Nähe waren. Wobei hier die Menge "genügend" nach einer simplen Formel (der sogenannten Formel Heinz) zu errechnen war, die allerdings voraussetzte, dass man den Body-Ass-Index und die Dioptrinzahl des infizierten Individuums kannte.

Je nach den oben genannten Voraussetzungen verlief die Krankheit ausprägungsmäßig im Rahmen von nervig (weil juckte immer überall so bisschen und auch Schorf) bis hin zu tödlich (weil dem Tzazizki wieder übel geworden war oder die Haushälterin vergessen hatte, ihn zu füttern).

Abgesehen davon, dass es kein schöner Anblick war, jemanden auf diese Weise dahinsiechen zu sehen, war das wirklich bemerkenswerte an dieser Krankheit das in den meisten Fällen tödliche Endstadium.

In diesem Stadium erfuhren einige wenige Infizierte, nämlich die, die die Krankheit später aus was für Gründen auch immer überwinden konnten, zum Teil merkwürdige Phänomene, die je nach Herkunft (je weiter südlich, desto is' klar) des Patienten sowohl in ihrer Art, als auch in ihrer Ausprägung variierten.

Diese Merkwürdigkeiten waren größtenteils harm- und nutzlos, konnten nur im Einzelfall wirklich schweren Schaden anrichten. So konnte zum Beispiel ein namentlich nicht genannter Patient aus Hodenhagen nach seiner Heilung kein Toastbrot mehr sehen. Nicht, dass ihr mich falsch versteht. Er liebte Toastbrot. Er verzehrte sich regelrecht danach. Aber er konnte es nicht mehr sehen, nicht mehr wahrnehmen. Und da er arm war und niemanden hatte, der sich um ihn kümmerte, waren seine Tage als Toastbrotesser gezählt gewesen.

Anderen Leuten kam es den halben Tag lang so vor, als ob sie ihre Schuhe falsch herum anhatten, wieder andere mussten ständig an Mett denken. Und so weiter.

Witzigerweise kam damals niemand auf die Idee, dass diese Merkwürdigkeiten irgendetwas mit der Krankheit zu tun haben könnten; man dachte, die Leute hätten einfach einen an der Klatsche, von dem ganzen Kratzen und so.

So weit, so gut. Ihr werdet euch aber sicherlich immer noch fragen, worauf ich eigentlich hinaus will. Ich sage es euch.

Wie bereits erwähnt, hing der Krankheitsverlauf in mitentscheidendem Maße davon ab, ob eine ausreichende Menge an Tzazizkis vor Ort war. Diese Tzazizkis hatten etwas an sich, dass sonst niemand hatte. Sie besaßen, ohne etwas dafür zu können oder etwas dafür machen zu müssen, die Fähigkeit, dem Raketenherpes-Spiros seine Kraft zu entziehen, ihn langsam aber sicher auszudörren. Das war irgendwann mal jemandem aufgefallen, rein zufällig.

Wäre ja toll gewesen. Wenn sie auch immun gegen die Krankheit gewesen wären. Waren sie aber nicht. Sie konnten nur anderen Leuten dabei helfen, wieder etwas gesünder zu werden, gingen aber selber dabei zu Grunde. Die Raketenherpessterberate unter Tzazizkis betrug annähernd (und ich sage bewusst annähernd) 100%.

Auch waren die Heilungsfähigkeiten eines einzelnen Tzazizki recht beschränkt. So benötigte man seinerzeit pro raketenherpesinfiziertem Individuum mindestens so und so viele Tzazizkis (Anzahl, wie gesagt, zu berechnen mit der bereits weiter oben erwähnten Formel Heinz), um den Heilungsprozess einzuläuten und voranzutreiben. Woran das alles lag, wusste keiner.

Nichtsdestotrotz wurden diese Fähigkeiten nach Bekanntwerden dieser Tatsache auch oft gegen den Willen des jeweiligen Tzazizkis ausgenutzt, um Raketenherpesfälle zu behandeln. Quasi alle für einen.

Die Tzazizkis selber wurden dabei im Endstadium der Krankheit von wirklich heftigen Phänomenen und Fähigkeiten heimgesucht, viel extremer als die der "Normalsterblichen". Diese traten allerdings, wenn überhaupt, immer erst unmittelbar vor dem Exitus auf. Auch bemerkte diese exorbitanten Phänomene niemand außer ihnen selber, da sie im Moment ihres Todes und der eigenen Verwunderung über das, was geschah, gerade immer besseres zu tun hatten als die Schwester zu rufen und ihr beispielsweise einen Zettel in den Ausschnitt zu schieben, auf dem dann sowas gestanden hätte wie etwa: „Äh, hier, ist ganz komisch gerade, mir geht's gar nicht gut.“

So war damals über diese spezielle Eigenart der Tzazizkis bezüglich eines am eigenen Leib erfahrenen Raketenherpes-Endstadiums nichts, aber auch gar nichts bekannt. Man wusste nur, okay, die Jungs dämmen die Raketenherpes-Nummer ein und verrecken dann. So weit, so gut. Hatte man gedacht.

Denn was soll ich sagen ? Die Phänomene waren, wie man erst in vielen, vielen Jahren durch Laborversuche mit und an speziell dafür gezüchteten, bewusst infizierten Tzazizkis und eine Initiative von Oma 80 e.V. herausfinden wird, der Wirkung der Ausdünstungen des Raketenherpes-Spiros auf den Organismus geborener Tzazizkis zuzuschreiben.

Die Ausdünstungen bewirkten, dass ein Tzazizki-Organismus, der ein gewisses, recht hohes Maß von diesen Ausdünstungen enthielt, in der Lage war, durch blitzschnelle und instinktiv perfekt getimte Umdieeckedenkmanöver, die selbst für die Ausdünstungsmoleküle zu schnell waren, in die normalerweise völlig unzugaengliche Discodisdimensialdimension vorzudringen, in der weder das eine, noch das andere.

Bei diesem Vorgang wurden sämtliche Spuren der Raketenherpes-Ausdünstungen im Körper auf einen Schlag ausgelöscht, sozusagen verbrannt. Und mit ihnen meistens auch der Tzazizki.

Der Grund für die Heftigkeit der Phänomene bei Tzazizkis lag aus meiner heutigen Sicht auf der Hand. Ihre Fähigkeit, normale infizierte Individuen zu heilen, bestand seit jeher darin, dass sie die Ausdünstungen der vielen Kranken, denen sie beistehen mussten, in sich aufsogen und speicherten. Dies führte fast zwangsläufig dazu, dass die Merkwürdigkeiten wesentlich schwerwiegender ausfielen als bei den Normalos. Leider bezahlten sie wie gesagt in den allermeisten Fällen mit dem Leben.

Nur wusste damals leider noch nicht einmal der Chefarzt der zuständigen Krankenhausparzelle Prof. Prof. Dr. Dr. med. Hubertius Sempfstrom, dass es diese Phänomene überhaupt gab, geschweige denn, wie und was sie machten. Pech.

Okay. Erklärt sich alles von selbst, weiß ich, aber in Bezug auf Oma 80 bedeutete das folgendes, nämlich etwas, was ihr gar nicht wissen könnt, und zwar folgendes: Oma 80 ist eine geborene Tzazizki. PENG ! Das is'n Knüller, oder ?

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Oma 80 war nie stolz darauf gewesen, eine Tzazizki zu sein, zu schlecht waren ihre Erfahrungen in der Jugend. Sie hatte sich immer versteckt, wenn wieder irgendwo ein Raketenherpes-Notfall vorlag und sie und ihre Familie dazu abkommandiert wurden, in der Nähe eines Seuchenherdes Däumchen zu drehen. Ihr war es immer zuwider gewesen. Deshalb hatte sie im zarten Alter von *hust* beschlossen, da nicht mehr mitzumachen und sich selbständig zu machen, möglichst weit weg vom nächsten Raketenherpesfall.

So gelang es Oma 80 damals, als einzige geborene, echte Tzazizki nicht mit dem Raketenvirus infiziert zu werden, was ihr die eine oder andere Dauerwelle ersparte.

War ihre Entscheidung für die eigene Gesundheit, aber gegen ihre angeborene Aufgabe und die ihrer Familie eine moralische Frage ? Sicherlich. Hat Oma 80 sich damals richtig entschieden ? Sicherlich ? Oder sicherlich nich' ? Watt weiß ich ?

Tja.

Viele Jahre später dann, Oma 80 hatte seit Ewigkeiten nicht mehr an Raketenherpes in jedweder Form gedacht, kam die oben bereits erwähnte Mission ins Haus geflattert, bei der Oma 80 sich ihrem bis dato größten Alptraum stellen musste: dem Raketenherpesdings. Natürlich wusste sie das nicht, als sie den Auftrag annahm, mit dem der damalige Flottengeneral zur See a.D. Schockhelm McSpeckinger eines Tages vor ihrer Tür stand und mit einer lässigen Handbewegung die Türklingel zum Bimmeln brachte, um Einlass zu erhalten.

Es sollte eine harmlose kleine Aufschäumungsmission der Klasse B12 sein, kein Wort von Raketenherpes und so. Also nahm sie an. Sie war jung und brauchte das Geld.

Leider muss ich sagen, dass ja auch Oma 80 nicht perfekt auf die Welt gekommen war. Hier in dieser Situation hatte sie nämlich eine Sache vergessen. Der Zielort dieser Mission war vor kurzem aufgrund eines Regierungswechsels umbenannt worden. Wenn dem nicht so gewesen wäre, oder wenn Oma 80 damals zwei Wochen vorher oder so mal in die Zeitung geglotzt hätte, dann hätte sie bemerkt, dass es sich um eben die Region handelte, aus der sie vor langer Zeit geflüchtet war. Groß-Rottleibistan, das ehemalige Klein-Lutschpastillina. Es war ihre Heimat.

Aufgrund der damals dort gültigen Nichtrücktrittsberechtigung musste sie die Mission antreten, obwohl sie inzwischen gecheckt hatte, was Sache war. Es gab keinen anderen Weg als die Mission durchzuziehen, alles andere hätte für sie ein viel zu frühes Karriereende bedeutet.

Um es kurz zu machen: Oma 80 fing sich die Raketenherpesscheiße dann doch ein, als sie in Ausübung ihrer Pflicht während eines Undercovereinsatzes u.a. mit einem riesigen Haufen größtenteils hochinfektiöser Second-Hand-Zahnbürsten und deren Besitzern neuneinhalb Wochen lang in einem Wohnklo eingezwängt war, in dem selbst das Inhuman Butt-Hühnchen mit seinen alles andere als überzogenen Hygieneanforderungen eingegangen wäre.

Oma 80 erreichte binnen der ersten sieben Wochen das Endstadium.

Doch Oma 80 war stark. Sie lernte, den immensen Juckreiz zu kontrollieren und überwand die Krankheit schließlich nach achtmonatiger, selbstkoordinierter Hardcore-Therapie, die u.a. Golfspielen beinhaltete.

Ihr gelang das, was keinem anderen Tzazizki zuvor gelang. Sie wurde gesund.

So.

Wie wir alle wissen, war Oma 80 schon immer eine außergewöhnliche Frau gewesen. Sogar, wenn sie krank gewesen war. In diesem speziellen Fall zeigte sich ihre Außergewöhnlichkeit dadurch, dass ihr Körper sich auch nach Abschluss der Therapie und vollständiger Heilung partout weigerte, die unzähligen Spiros-Ausdünstungen, die sie in der Zeit im Wohnklo aufgenommen hatte, abzubauen oder abzugeben.

Und noch viel doller: der Organismus Oma 80 begann, sich den Spiros Untertan zu machen, ihn in seine DNÜ mit einzubauen und den Stoff, der die Reise in die andere Dimension ermöglichte, selber zu produzieren. Oma 80s Körper mutierte sich quasi selbst.

Witzigerweise tat ihr Körper das, ohne das sie selber oder sonstwer etwas davon bemerkte. So wuchs der Ausdünstungsvorrat; er wuchs und wuchs.

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Er wuchs bis zu der Sekunde, in der Oma 80 aus dem Sitzen in etwa bis fast zwei Zentimeter unter die Decke sprang, und das im Altbau. Am Tisch, der mit Speisen und so weiter gedeckt war, saßen das Inhuman Butt-Hühnchen, das schon aufgegessen hatte, und ein vor sich hinseiernder Sudelnulpius, der total schlecht drauf war.

Oma 80 hing in der Luft, einer Lichtgestalt nicht unähnlich. Jedenfalls kam ihr selber das so vor in dem Moment. Alles um sie herum waberte und leuchtete aus dem Innersten. Die Luft schien zu glühen. Es war warm. Es roch nach frisch gebackenen Hirselippen. Oma 80 konnte ihre gewohnte Umgebung wahrnehmen, aber sie lag wie unter einem Schleier aus warmer Ursuppe. Alles außer dieser Suppe schien erstarrt zu sein. Alles erschien ihr unwahr.

Was Oma 80 nicht unwahr erschien, war der Gedankenblitz, der sie in dem Moment durchzuckte, als sie von Stuhl in die Luft stieg und ihre artistischen Glanzleistungen darbot. Sie hatte verstanden. Aber was ?

Ich sag's euch.

Warte.

Sekunde noch.

Jetzt.

Oma 80 hatte begriffen, dass man versucht hatte, sie aufs Kreuz zu legen. Im übertragenen Sinne. Ihr war schlagartig bewusst geworden, wie die Puzzleteile zusammenzufügen waren, die sie bisher in die Hand bekommen hatte.

Angefangen mit dem dort unten in dieser unwirklichen Wirklichkeit im Zeitstlupentempo vor sich hin seiernden Sudelnulpius, über die Rolle von Petrela, der Putzfrau ohne Genick. Und sie war sich plötzlich auch darüber im Klaren, welchen Part ihr alter Erzfeind, der Rillenkäse-Män, in diesem riesigen Mummenschanz-Affentheater zu spielen hatte, ob er wollte oder nicht, ob er es checkte oder nicht.

All dies, dieser ganze Scheiß, war haarklein ausgeklügelt worden von einer Macht, die mit einer solchen Niederträchtigkeit und gleichzeitiger Intelligenz gesegnet war, dass es ihr um nichts anderes als Zerstörung und Eroberung ging. Eine Gruppe ohne Skrupel, die über ungeahnte technologische Möglichkeiten verfügte. Wer sollte es fertigbringen, Oma 80 so weit zu manipulieren, dass sie den Feind an ihren Tisch einladen würde, ihn füttern würde ? WER ?????

Na, wer weiß es ?

Natürlich.

Die pomelpsianischen Frittensauger.

Wer sonst ? War doch klar jetzt, oder ?

Würde Oma 80 jetzt sterben müssen ?

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Das Mutterschiff der Kreißsaalklasse befand sich wie gewohnt in seiner braunschweigförmigen Umlaufbahn um den Planeten Erde. Alles ging seinen normalen Weg.

Wie es bei den Pomelpsianern seit Jahrtausenden Brauch war, waren all ihre gigantischen Mutterschiffe nach den Vätern der jeweiligen kommandierenden Offiziere benannt. Und so auch dieses. Der sich hier leise und gemächlich durch den Raum bewegende, nur als majestätisch zu bezeichnende Prachtbastard aus Technik und Architektur hörte somit auf den Namen GlotTerWumSe IV. Alles, was einen solchen Namen trägt, gebietet Respekt, da sind wir uns doch wohl einig ?!?!

Will ich doch meinen.

Im Inneren der GlotTerWumSe IV, genauer gesagt auf der Brücke, kurbelte, wie schon so viele Male zuvor, Commander AlTen Van WemSing XI komplett entnervt an der Feststellschraube seines Flugsessels herum. Die Sessel waren einfach nicht für diesen humanoiden Körperbau konstruiert worden, in den sie ihn gezwängt hatten.

Der Commander war unzufrieden. Mit sich, dem Leben und seinem Job. Er war nun zwar seit mittlerweile annähernd zwanzig Pomelpsoit-Zyklen der Kommandant dieses ehrerbietungswürdigen Schiffskolosses, doch die Nachtschicht war er irgendwie nie losgeworden. Dazu kam, dass aufgrund der technischen Fortschritte der Pomelpsianer, gerade auf dem Gebiet der Raumfahrt, und den damit einhergehenden wirtschaftlichen Problematiken, in den letzten Jahren immer mehr an Personal eingespart worden war. Der Rechner machte ja inzwischen eh alles von selber, wozu brauchte man da noch einen Kommandanten ?

Commander Van WemSing XI seufzte einen langen pomelpsianischen Seufzer. Ein Schiff mit Platz für ein ganzes Bataillon kampferprobter Untergebener hatte er da unter seinem Arsch. Was könnte man in einem solchen Rahmen für Parties feiern ?!? Doch mit was musste er sich begnügen ? Mit einer einzigen mickrigen Begleitperson, die zudem auch noch ein Android und damit einhergehend extrem humorlos war. Ein langweiliger Aufpasser, der wohl nur dazu da war, ihm auf den Sack zu gehen.

Boh, war das eine Scheiße. Wie gerne würde er die Umlaufbahn um diesen Drecksplaneten genannt 'Erde' verlassen, seine Mission einfach in die Tonne kloppen und erstmal ein, zwei Jahre lang pennen ? Sehr gerne. Aber nein, er musste hier irgendwelche idiotischen Wesen manipulieren, damit die den Frittensaugern helfen können, ach irgendwas. Für Politik hatte er sich einfach nie interessiert.

Und quasi nebenbei wollten die Chefs hier ja unbedingt noch ihren Spaß mit diesen beknackten 'Menschen' haben. Doch statt ihre Ärsche hier selber herzuhieven, muss er auch noch die Lage auf dem Kack-Planeten beobachten und tägliche Zusammenschnitte für PomTV (eine auf Pomelpsia äußerst populäre Doku-Seifen-Fernsehersendung) erstellen. Was für eine Erniedrigung. Er war Soldat, verflixt und zugenäht, kein Mediendirektor. Was sollte der ganze Scheiß bloß ?

Der Aufpasser-Android mit der Kennung `KrrkPschMüp`, der sich bis vor wenigen Sekunden noch im Wartungsmodus befunden hatte, bemerkte nach der Aktivierung seiner Sensoren sofort die für ihn überdeutlichen Anzeichen dafür, dass der Commander sich wieder einmal emotional hochgeschaukelt hatte. Mit seiner sanftestmöglichen Stimme sprach er zu ihm: „Commander. Geht es ihnen gut ?“

Commander Van WemSing ging augenblicklich an die Decke: „WAS FÄLLT DIR SCHEIß-SCHROTTHAUFEN ÜBERHAUPT EIN, MICH HIER STÄNDIG MIT DEINER PSYCHOKACKE VOLLZULABERN !?! ICH KRIEG ZUVIEL, ICH WERD' ZUM EEEEEELCH !!!!!!!!!“

Gelblicher Sabber lief dem Commander aus den Mundwinkeln. Er atmete flach. Seine Milz raste. Der Android reagierte kaum. Er hatte das Anliegen seines Kommandanten zwar durchaus verstanden, doch war er darauf programmiert, solche Ausbrüche nicht allzu ernst zu nehmen. Das einzige, was er tat, war folgendes: er wandte seinen Blick um wenige Grad von Commander Van WemSing ab, um dann ein 'Hmmm'-ähnliches Geräusch von sich zu geben.

Der Commander sackte in seinem Sessel zusammen. Ihm war ganz warm geworden von dem Rumgebrülle. Musste das denn immer erst so weit kommen ?

Der Android erhob sich langsam aus seiner in Bodennähe angebrachten Halterung. Er schwebte hinüber zum Wirsingspender, um sich die Greifbeinchen zu waschen. Dabei redete er ruhig und besonnen auf seinen Kommandanten ein: „Commander, sie wissen doch.“ Er machte eine kurze Pause. „Der Body-Shorfing-Prozess, dem sie unterzogen wurden, beeinträchtigt sie in ihrer Gefühlswelt. Sobald sie wieder der Alte sind, wird es ihnen sehr schnell besser gehen.“

Der Commander erhob seinen Kopf. Er blickte den Androiden durchdringend an, der das allerdings nicht mitkriegte, da er mit dem Rücken zu Commander Van WemSing in etwa einem Meter Höhe schwebend noch immer seine Beine mit Wirsing bearbeitete. Die Augen des Kommandanten waren türkis unterlaufen und voller Verzweiflung. Er konnte einfach nicht mehr, warum verstand das niemand ? Warum WOLLTE ihn niemand verstehen ? War sein Leiden denn nicht offensichtlich genug ? Ein pomelpsianischer Kriegsheld. Ein Pionier ! Ein Veteran !!! Gefangen in dieser erbärmlichen humanoiden Hülle, die ihn so sehr anwiderte wie nichts zuvor in seinem Leben. Alles aus Liebe zu seiner Heimat, aus Loyalität zu den Frittensaugern. War das der Dank ? Am liebsten wäre er tot gewesen.

Trotz aller Verzweiflung, trotz allen Hasses auf sich selber und überhaupt alles, war Commander AlTen Van WemSing XI noch nicht einmal im Ansatz klar, in welche finsteren Abgründe seines Geistes ihn diese Mission wohl noch treiben würde...

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Ein monströs lauter Knall, einer Explosion durchaus ähnlich, erschütterte das eben noch so beschauliche Esszimmer.

Das Inhuman Butt-Hühnchen hatte nicht die geringste Chance zu reagieren gehabt, als Oma 80 vor Bruchteilen von Sekunden urplötzlich und mit für das butthühnliche Auge kaum zu erfassender Wahnsinnsgeschwindigkeit, gepaart mit absolut unwahrscheinlichen Bewegungsabläufen und einigem sonstigen Hallali von ihrem Stuhl in Richtung Decke geschossen war, um dort einer Supernova gleich Unmengen von Energie in Form von Hitzestrahlung und kleinen Essensrestfragmenten von sich zu schleudern.

Das Inhuman Butt-Hühnchen klatschte flach an die Wand, die zum Glück vorsichtshalber mal auf Wunsch (oder war es eine Vorahnung ?) von Oma 80 mit Urease verstärkt worden war. Warum zum Glück ? Ich werde es euch sagen. Die Urease kann, wenn sie richtig eingesetzt wird, durchaus äh gut funktionieren.

Tja, und Sudelnulpius, der seit kurzem völlig weggetreten und wie ein Weltmeister seiernd auf der Tischkante gehangen hatte, konnte ja eh nix machen, war ja seit kurzem völlig weggetreten gewesen. So'n Pech.

Zu guter Letzt war sein knochenloser, geschundener Körper dann ja auch noch komplett eingeäschert beziehungsweise verdampft worden, was angesichts der unglaublichen Intensität von Oma 80 ihren Phänomenen da aber auch irgendwie niemanden überraschen dürfte.

'Sudelnulpius ab', würde man wohl in der alten Theatersprache 'Theatralisch' sagen, wenn man sie denn beherrschen würde. Alles, was von Sudelnulpius übrig blieb, war der ein oder andere stinkige Fleck auf der Tischdecke und an der Wand. Man würde mit den bisherigen Informationen wohl erst einmal auskommen müssen…

Aber mal ganz ehrlich: der Typ war doch eh 'ne Null. Viel wichtiger ist doch, was da mit Oma 80 und Co. los war.

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Mit einer leichten Rotationsbewegung schraubte Oma 80 sich von der Zimmerdecke in Richtung ihrer Sitzgelegenheit zurück in ihre Ausgangsposition. Was war geschehen ? Sie war sich nicht sicher. Mit einem für sie außergewöhnlich orientierungslosen Blick sondierte sie die Lage.

Sie wusste, dass sie soeben eine spezialgelagerte Sondererfahrung gemacht hatte, einhergehend mit einem unsagbaren Geistesblitz in Hinsicht auf die aktuellen Problematiken. Warum das so war, konnte sie nur ahnen, tat sie aber nicht. Dass sie soeben einen Ausflug in die Discodisdimensialdimension gemacht hatte, war ihr ebenso wenig bewusst wie die Tatsache, dass das Essen wohl ruiniert war.

Langsam begann Oma 80, sich wieder zu fangen. Sie betrachtete den sabschigen Schmodder auf der Tischdecke. Sie realisierte trotz ihrer verschleierten und in diesem Moment auch getrübten Wahrnehmung augenblicklich, dass Sudelnulpius' Tage wohl gezählt waren.

Sie hielt nach dem Inhuman Butt-Hühnchen Ausschau und fand es bewusstlos nahe der Zierleiste. Mit einigen leichten Tritten in die Weichteile (aus denen das Inhuman Butt-Hühnchen zu annähernd 94,7 % bestand) weckte sie es auf.

Noch ein wenig benommen schilderte das Inhuman Butt-Hühnchen, was aus seiner Sicht geschehen war. Es habe einen hellen Blitz wahrgenommen und dann nichts mehr. Wie hilfreich. Aber egal.

Oma 80 dachte nach. Wie konnte es sein, dass sie eben noch wie in zeitloser Übermenschlichkeit unter der Decke gehangen und einen unwahrscheinlichen Moment der Klarheit erlebt hatte, dieses Phänomen aber scheinbar nur für sie selber wahrzunehmen war ? Wie, und vor allem, warum war es offenbar zu diesem Energieausstoß gekommen, der Sudelnulpius und beinahe auch das Inhuman Butt-Hühnchen das Leben gekostet hatte ? Was ? War ? Los ? Gewesen ?

Sie beschloss, die Hintergründe des soeben Geschehenen zu einem späteren Zeitpunkt zu ergründen. Wichtig war für sie in diesem Moment nur die Erkenntnis, dass eine übergeordnete Macht versuchte, sie zu linken, und zwar nicht zu knapp. Die Ausmaße dieser Ereignisse überstiegen bei weitem das, was sie erwartet hatte. Nicht nur der Rillenkäse-Män, die dumme Putzfrau oder irgendwelche Handschuhe wollten ihr und der Welt ans Leder. Sie waren nur Instrumente einer weitaus mächtigeren Kraft, die sich scheinbar in Form der pomelpsianischen Frittensauger manifestierte. Aber so wie sich das anhörte, hingen die irgendwo in einer Erdumlaufbahn und waren somit erstmal nicht so ohne weiteres zu erreichen. Oma 80 war mächtig und verfügte über viele Mittel, doch die Raketenforschung war nie eines ihrer favorisierten Steckenpferde gewesen. Seltsamerweise besaß sie tatsächlich keine Weltallschleuder oder ähnliches. Aber ärgern half nix.

Oma 80 entschied, dass es kurz- bis mittelfristig unabdingbar sein würde, diese Saugertypen ausfindig zu machen und zu vernichten. Koste es, was es wolle.

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An Bord der GlotTerWumSe IV blinkte ein senffarbenes Lämpchen auf. Dieses Lämpchen gehörte zu einem Messinstrument, dass darauf ausgelegt war, dimensionale Anomalien wahrzunehmen und zu melden. Die Sensoren waren auf die Erde gerichtet.

Commander Van WemSing XI traute seinen menschlichen, ihm nie vertraut gewordenen Augen nicht. Dieses Lämpchen hatte während dieser Mission doch noch nie geleuchtet. Sollte doch noch so etwas wie Spannung aufkommen in diesem Meer von Langeweile und Einsamkeit ? Er hoffte inständigst, dass es so wäre. Irgendetwas Interessantes musste doch mal passieren hier auf diesem beschissenen Planeten. Konnte ja nicht sein, dass man so einen Aufwand betrieb, nur um ihn zu langweilen und, na gut, die mittlerweile überflüssigen Diener-Spacko-Handschuh-Dingsbums-Kreaturen auszulöschen oder was auch immer seine Mission sein sollte.

„Computer ?“

„Jo !“, antwortete eine Stimme, die klang, als sei sie extra darauf programmiert worden, möglichst scheiße zu klingen. „Was los ?“

„Warum leuchtet dieses Lampe hier ? Ist irgendwas passiert, was ich wissen sollte ?“. Der Commander war nun ja doch auch neugierig geworden.

„Registriere ungewöhnliche Fluktuationen der Discodisdimensialdimension.“, antwortete die Computerstimme augenblicklich. „Ursache unbekannt.“

Der Commander kraulte gedankenverloren seinen Sack. „Wo liegt die Quelle der Fluktuationen ?“

Vor dem Gesicht des Commanders materialisierte sich eine drölfdimensionale Darstellung des unter ihnen liegenden Planeten. Ein 'X' markierte die Stelle bzw. Quelle. „Quelle der Fluktuationen liegt in Sektor Beta-€-Nullzehn.“, bestätigte die Stimme das, was der Commander auch selber schon gecheckt hatte.

Eine vom Commander seit langer Zeit nicht mehr an sich wahrgenommene Neugier bemächtigte sich seines Geistes. Sollte er auf den Planeten gehen und nachsehen, was die Fluktuationen verursachte ? Zunächst war er sich der Gutartigkeit dieses plötzlichen Interesses nicht sicher, doch verlockend war es schon, mal wieder etwas Gefährliches zu tun, nicht nur im Stuhle der Bürokratie zu sitzen und sich Sitzpickel an den Allerwertesten zu hocken. Was konnte eine gequälte Seele wie die seine wohl eher von seinem Leid ablenken als ein kleiner Ausflug ins Feindland, vielleicht inklusive eines kleinen Chick-G-Nicks ? Zu irgendwas musste das Body-Shorfing doch nützlich gewesen sein, und sei es nur ein kleiner Ausflug auf diesen wurstigen Primaten-Planeten.

„Computer ! Ich gehe runter.“

„Commander. Sind sie sich der Risiken eines unvorbereiteten Landgangs bewusst ? Wir sollten Vorkehrungen treffen.“

Der Computer war aber auch eine verdammte Nervensäge. „Das ist mir scheißegal, ICH bin hier der Chef, also mache ICH, was ICH für richtig halte.“

Ohne einen weiteren Einwand des Computers zuzulassen, schlug der Commander seinen Ellenbogen auf die mit einer Art Kuhmuster versehene Mute-Taste auf der Audio-Konsole seines Kommandostuhls. Endlich Ruhe.

„KrrkPschMüp“

„AAAAAAAAAAAAHHHHHHHHHHH !!!!!!!!!!!!!!!!!!!!! WAAAAAAAAAAAAAAASSSSSSSSSSSS ??????“

„Schon gut, Commander. Sie machen eine schwere Zeit durch“, zirbelte der Androide. „Ich kann sie wohl nicht davon abhalten, was ? Vielleicht erlauben sie mir wenigstens, sie zu begleiten ?“

Der Commander war überrascht von soviel Kooperationsbereitschaft seitens des nervigen Blecheimers. Vielleicht war das der richtige Weg, mit diesem Elektrogesindel zu sprechen ? Oder war der Androide nur darauf aus, ihn zu manipulieren ? Es fiel ihm schwer, seine Gedanken zu ordnen. Was sollte er tun ? Wie konnte es sein, dass er so schwach geworden war, dass ihn die Worte eines schäbigen Edelmetall- und Siliziumhaufens so sehr beeinflussen konnten ?

„Nein !“

Er würde allen beweisen, zu was er ohne diesen ganzen Technikmüll zu tun in der Lage war. Das gute, alte Gehirn würde ihm reichen, seinen Auftrag gewissenhaft zu erledigen, es allen zu zeigen. Er war der legendäre Commander Van WemSing XI ! Sein Plan würde funktionieren.

Ohne ein weiteres Wort stand er auf und bewegte sich in Richtung seines zylinderartig geformten, mit eimeriger Anmut aufwartenden Shuttle-Flitzers, dessen seiner Ansicht nach herausragendstes Feature die megakonkret-rote Sonderlackierung war, die ausschließlich pomelpsianischen Commandern vorbehalten war. Als Treibstoff wurde vor einiger Zeit das mittlerweile extrem seltene und somit komplett überteuerte Zwiebelsaft-Nitritregulase-Kombinat von ordinärem Abwaschwasser abgelöst. Aber wenigstens flog das Ding einigermaßen geradeaus.

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Die Frittensauger finden und platt machen. Die Frittensauger finden und platt machen. Die Frittensauger finden und platt machen. Aber wo und auch wie ?

Nicht, ohne zuvor noch einmal auf die großformatige Uhr an der Wand geschaut zu haben, setzte Oma 80 sich in ihren Lieblingssessel und begutachtete ihre Zehen. Es waren zehn. Wie immer. Dann stand sie wieder auf, ging zweimal hektisch um den Beistelltisch und setzte sich wieder. Sie schaute wieder auf ihre Zehen. Immer noch zehn.

Mit dieser Gewissheit konnte sie arbeiten.

„Inhuman Butt-Hühnchen ! Komm' mal her hier !“

Das Inhuman Butt-Hühnchen tat wie ihm befohlen.

„Und vergiss nicht, meine Puschen mitzubringen !“

Das Inhuman Butt-Hühnchen tat wie ihm befohlen.

„Ich habe einen Plan.“

Das Inhuman Butt-Hühnchen horchte auf. Hatte Oma 80 etwa einen Plan ?

„Mal angenommen, ich habe recht...“

Das Inhuman Butt-Hühnchen nickte eifrig.

„...dann schwirren diese Fritten-Heinze irgendwo in einem Raumschiff um den Planeten herum und lachen sich über uns kaputt. Das kann ich so nicht akzeptieren.“

Ein kurze Pause. Ein Durchschnaufen. Eine energische Aufstehbewegung.

„Komm, Inhuman Butt-Hühnchen, lass uns los. Wir müssen zum Baumarkt.“

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Während Commander Van WemSing XI den für seinen Geschmack megaasozialen humanoiden Körper, in den sie seinen eigenen Körper bodygeshorft hatten, in den viel zu knappen Raumanzug zwängte, dachte er nach. Wie konnte er nur so fett geworden sein ? Scheiß Stoffwechsel !

Naja, jetzt war er ja drauf und dran, mal ein wenig raus zu kommen, sich ein bißchen in der freien Wildnis dieses Pansen-Planeten zu bewegen. Zu irgendwas musste er ja gut sein. Dann wenigstens, um mal ein paar Schritte vor die Tür zu kommen. Ja.

Und nebenbei würde er da unten mal so richtig die Sau rauslassen. Er hatte vor, seinen ganzen Frust und seine ganze Wut mal an den Affenkindern da unten auszulassen, die ihm den ganzen Mist eingebrockt haben. Mann, Scheiße, existiert doch einfach nicht, dann habt ihr auch kein Problem mit mir !

So dachte der wirklich.

Schlimm, sag ich euch. Ganz doll schlimm. Immer dieser ganze Hass. Watt soll datt denn ?

Aber ich schweife ab.


 

Fortsetzung folgt...

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